Vampire Weekend - Contra - Cover
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Vampire Weekend Contra


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das schwierige zweite Album. Manchmal reicht das schon als Information. Nach einem gefeierten Debüt, machen Vampire Weekend aus New York nichts falsch, schon gar nichts anders, und es trotzdem nicht so, wie auf dem Debüt. Diesem „Bildungsbürger-Pop“ (Berliner „Tip“-Magazin) fehlt auf Dauer die antreibende Leidenschaft, die Zähne, ein appellativer Wille. Das gekonnte Zusammengepansche afrikanischer und karibischer Exotik-Anleihen eines westlichen Gehörs ist schön, ist clever, ja, auch gelungen. Aber es ist in der Tendenz seelenlos.

Keine angst, nur in der Tendenz. Noch haben Vampire Weekend nicht fünf gleichartige Alben aufgenommen. Und dennoch wirkt der globalisierte Pop-Anspruch hier nicht mehr so genialistisch wie auf dem Debüt, sondern zart modisch. Am besten gefällt, wo sie noch die wenigste Exotik um den westlichen Pop-Song des federleichten Sommergemüts schustern und sich quasi als großstädtische Industriestaatler offenbaren („Giving Up The Sun“).

Doch allzu oft klimpert komplexe ästhetische Fremdheit durch die Songs und entarten sie, im Sinne ihrer popstrukturellen Kerneigenschaft: Eingängigkeit. Und wenn an ihr gespart wird, wird es bei Pop-Musik schwierig. Mehr ist es eigentlich nicht. Der Unterschied zum gefeierten Debüt. Der Rest ist weitestgehend gleich. Die cleveren Lyrics („Horchata“), die faszinierenden Rhythmen („White Sky“), die Geschwindigkeitsspiele („Cousins“), die Ska-Beats („Holidays“).

Vampire Weekends Zweitwerk ist keine schlechte Musik. Aber eingedenk des Erstlings liegt die Messlatte höher. Und ein Sommeralbum gut zu finden, weil gerade Winter ist, so leicht wollen wir es den jungen New Yorkern nicht machen. Gerade noch gut.

Anspieltipps:

  • Run
  • Giving Up The Gun
  • Horchata

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