Adam Green - Minor Love - Cover
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Adam Green Minor Love


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Minor Love“ hat einen für Green eigentlich typischen, hier dennoch auf die Spitze getriebenen müden Charme.

Nach seinem orchestral aufgeblähten letzten Ausflug kehrt Adam Green wieder zu seiner minimalisierten Anti-Folk-Intonierung zurück. Ruhiger ist es um ihn geworden, der postmoderne Nonsense-meets-Tiefgang-Poet ist quasi out geworden, vielleicht auch, weil seine Art der Musik kaum Dauerinteresse zu erzeugen mag.

„Minor Love“ hat einen für Green eigentlich typischen, hier dennoch auf die Spitze getriebenen müden Charme. Es wäre dann auch fast zur Enttäuschung geraten, wenn nicht nach der ersten, viel zu wenig wagenden Hälfte, sein lyrischer Esprit auch die Musikkonzeption infiziert. Ist Green eigentlich erst Musiker und dann Poet oder umgekehrt? Seine postmoderne Lyrik lebt vom Wortwitz und dem Wortspiel. Gedankenverbindungen und Sinnbrücken zu gänzlich gegensätzlichen Inhalten sind im mehrdeutigen Englisch ohnehin nahe liegender als im Deutschen. Daher ist seine Musik ohne genauere Englischkenntnisse nur ungenügend auslotbar, und also leicht langweilig bis unspannend. Green aber intoniert seine Musik wohl deshalb derart langweilig, unspannend und Anti-Folkig, weil seine Texte den künstlerischen Ausgleich liefern (und auch für sich stehen können, siehe seine lyrische Buchpublikation).

Erst eingestreute Beck’sche Dekonstruktionen mit Gameboy-Beats („Oh Shucks“), herrliche satirische Männerchöre, die kapitalistische Slogans schmettern („Castles And Tassels“) oder sinnfreier Gitarren-Klamauk aus Ween’scher Teufelsküche („Stadium Soul“, „Lockout“) polieren „Minor Love“’s entschleunigte Belanglosigkeiten wohltuend auf, aber das so spät, da haben die meisten Green schon in ihre Schublade verstaut. Er macht es einem nicht leicht, der New Yorker Kauz. Trotzdem ist „Minor Love“ ein ganz passables Album geworden.

Anspieltipps:

  • Castles And Tassels
  • Lockout
  • Oh Shucks

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