Seasick Steve - Man From Another Time - Cover
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Seasick Steve Man From Another Time


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Man From Another Time” belegte in den englischen Album-Charts einen sensationellen vierten Platz!

Seitdem der inzwischen seit neun Jahren in Oslo, Norwegen lebende amerikanische Bluesmusiker Steve Wold alias Seasick Steve irgendwann in den frühen 50er Jahren als 13-Jähriger von zu Hause ausriss, schlug er sich mehr schlecht als recht als Tagelöhner, Straßenmusiker und später in den 80er Jahren als Tonstudiobetreiber durch. Dass im hohen Alter von weit über 60 Jahren eine Karriere als Schallplatten veröffentlichender Majoract dazukommen würde, grenzt an ein Wunder. Aber da sieht man mal wieder: die Wege des Herrn sind unergründlich.

Nach „Cheap“ (2004), „Dog House Music“ (2006) und „I Started Out With Nothing And Still Got Most Of It Left” (2008) legt Seasick Steve mit „Man From Another Time” sein neuestes Werk vor, das in den englischen Album-Charts einen sensationellen vierten Platz belegen und Pop-Acts wie Spandau Ballet und Paloma Faith hinter sich lassen konnte. Das ist umso erstaunlicher, wenn man weiß, dass Seasick Steve das Album im Alleingang geschrieben, gesungen, eingespielt und produziert hat und nur die Drum-Parts von Steves altem Kumpel Dan Magnusson übernommen wurden.

Während der Aufnahmen griff der seekranke Blueser zu analoger Studiotechnik, um einen möglichst warmen Sound hinzubekommen. Dazu spielte er die Songs im Stile eines Straßenmusikers ein, die in der Folge furztrocken, schmutzig, rau und dermaßen direkt aus den Boxen perlen, als säße der Hörer direkt neben dem Protagonisten, der leibhaftig bestaunt werden kann, wie er aus selbst gebastelten Instrumenten (!!) seine urwüchsigen Bluessongs zaubert. Da wäre zum Beispiel eine viersaitige Gitarre, deren Klangkörper aus einer Zigarrenkiste (!!!) besteht, eine abgetakelte dreisaitige „Trance Wonder“-Akustikgitarre oder eine „Didley-Bo“-Klampfe, die quasi nichts anderes als ein Besenstil mit einer einzigen Saite ist.

Der jung gebliebene Blues-Greis aus dem hohen Norden erschuf mit einfachsten Mitteln ein wunderbar authentisches Album, das auf sämtlichen Studiozauber verzichtet und durch kleine, aber feine Songs überzeugt. Der Ursprung des Blues und die Geschichten, die er erzählt, verkörpern das wahre Leben – so wie Seasick Steve. Wahrscheinlich ist es das, was die Menschen so an ihm und seinen Platten fasziniert.

Anspieltipps:

  • That’s all
  • Never go west
  • Big green and yeller
  • Man from another time
  • I’m so lonesome I could cry

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