Yello - Touch Yello (Deluxe Edition) - Cover
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Yello Touch Yello (Deluxe Edition)


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 75 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das legendäre Schweizer Elektro-Pop-Duo Dieter Meier (64) und Boris Blank (57) alias Yello befindet sich mittlerweile im dritten Jahrzehnt seiner Karriere und legte mit dem vor gut zwei Monaten erschienenen „Touch Yello” (10/2009) nach längerer Pause ein neues Studioalbum vor. Das Werk erhielt durch die Bank gute bis sehr gute Kritiken und erreichte u.a. die Top 20 in Deutschland und einen standesgemäßen ersten Platz in den heimischen Album-Charts.

Für das Weihnachtsgeschäft erhält „Touch Yello“ nun ein inhaltliches Upgrade, über das sich die Käufer der ersten Auflage sicher nicht freuen werden. Denn neben dem ursprünglichen Album, das gleich um sechs (!) Bonus Tracks ergänzt wurde, gibt es auch noch eine DVD on Top, die Yello live in Concert zeigt. Dazu wurde der Auftritt am 1. Oktober 2009 im Berliner Kino International im Rahmen der Electronic Beats Classics mitgeschnitten, wobei Yello vor 600 geladenen Gästen, darunter jede Menge Promis wie Til Schweiger, Eva Padberg, Till Brönner und Nadesha Brennicke, ihr neues Studioalbum vorstellten. Ohne Frage: Mit dieser 12 Songs umfassenden Konzert-DVD wird „Touch Yello“ sowohl musikalisch als auch optisch äußerst hochwertig aufgepeppt.

Auf „Touch Yello“ erhält der Soundkosmos von Dieter Meier und Boris Blank neue Dimensionen, wie schon die ursprüngliche Album-Kritik feststellte: Das eröffnende „The Expert“ erinnert noch mit der tiefen Stimme von Dieter Meier, den prägnanten kurzen Elektrogrooves an alte Yello-Tage, wird aber von unnötigen sporadischen Hintergrundgesängen begleitet. Die Musik hat merklich das Tempo reduziert und ein deutlicher Chillout Faktor macht sich in den Stücken breit („Part Love“ und „Out Of Dawn“). Dank der Gaststimme einer Sängerin, die einen Künstlernamen trägt, den man als Bürger des Landes der Uhren und Taschenmesser eigentlich vermeiden sollte, gewinnt das Album an Vitalität. Heidi Happy trägt eine Leichtigkeit bei und lenkt bei „Stay“ die musikalische Ausrichtung auf Trip-Hop und erinnert damit besonders an Morcheeba.

Wer denkt, dass „Touch Yello“ einfach nur Elektropop ist, der irrt. „Till Tomorrow“ kündigt schon im Titel den zweiten Gast des Albums an. Der deutsche Jazz-Trompeter Till Brönner prägt dieses Stück – sowie „Vertical Vision“, „Electric Frame“ – auf eine ganz besondere Art, womit der Yello-Sound eine ganz neue Facette bekommt. Eine Jazzloungeatmosphäre, die auch in „You Better Hide“ durchscheint und mit der Stimme von Heidi Happy zu einem gelungenen Lied verschmelzt. Ein elektronisch verträumtes Gesicht zeigt uns hingegen „Tangier Blue“, das mit einigen Gitarrenklängen und einer fast flüsternden Stimme einen gewissen verängstigten Charakter darbietet. Der Name des Album abschließenden „Takla Makan“ deutet schon auf folkloristische Klänge an, die von Perkussionsinstrumenten, Flöten und weiteren Instrumentenklängen in ein faszinierendes Ambientgebilde verwandelt werden.

Die zusätzlichen Tracks passen sich dem gediegenen Cilloutsound nahtlos an. Verpackt in dezente Reminiszenzen an frühere Yello-Songs („X-Race“, „Oh yeah 2009“) wird das entspannte Klangkonzept fortgesetzt, wozu wieder fernöstlich klingende Folklore-Parts („Petro Oleum“) mit brönnerschen Jazz-Trompetenklängen („Umbria“) und fast schon psychedelisch anmutenden Synthieteppichen („Scorpio rising“) gemischt werden. Fazit: „Touch Yello“ ist ein würdiges Alterswerk der Schweizer Soundtüftler, das in der limitierten Special Edition noch adäquater aufgemacht ist als die Urversion.

Anspieltipps:

  • Stay
  • Umbria
  • The expert
  • Petro Oleum
  • Till tomorrow
  • Electric frame
  • You better hide

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