Usher - Raymond Vs. Raymond - Cover
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Usher Raymond Vs. Raymond


  • Label: Arista/Sony Music
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Usher Raymond ist wieder da! Das kommerziell wie musikalisch enttäuschende Album „Here I stand“ möchte R&B-Schnuckelchen Usher vergessen machen und verarbeitet mit seiner Scheibe sein persönliches negativstes Erlebnis der letzten Zeit: Seine Scheidung. Er will an sein letztes Erfolgsalbum „Confessions“ erfolgsmäßig anknüpfen und endlich einmal wieder einen Single-Hit landen. Warum mit „Papers“ eins der schlechteren Tracks als erste Single genommen wurde, bleibt sein Geheimnis. Es wurden alle einschlägig bekannten Genreproduzenten und Songwriter von Jermaine Dupri über Will.I.AM bis Jermaine Jackson oder Sean Garrett (Kelly Rowland, Beyonce) aufgegabelt und ins Studio gezerrt, um endlich einen Hit zu erzwingen.

Die Zusammenarbeit mit Will.I.AM von den Black Eyed Peas beschränkt sich gottseidank nur auf einen Track namens „OMG“: Wie auch schon auf der letzten BEP-CD wandelt der allgegenwärtige Songschreiber Adams auf dem schmalen Grad zwischen Ballermann und Dancefloorfüller, diesmal hat er eindeutig den monotonen und einfallslosen Ballermann-Sound erwischt. „Foolin' around“ gehört dagegen zu den waschechten Schmuseballaden, die mit Pianoklängen der hellen einschmeichelnden Stimmfarbe Usher den nötigen Platz geben. „She don' know“ mit Gastrapper Ludacris und „Guilty“ mit T.I. vermengen gekonnt HipHop und R&B und gehören zu den flotten Tracks, die durch Tempowechsel frischen Schwung erzeugen.

Der innovativste Song ist eindeutig der Opener „Monstar“, der nach überflüssigem 60-Sekunden-Sprechintro durch ultramoderne Beats aufhorchen und die Bassbox vibrieren lässt. Mit dem emotionalen „Mars vs. Venus“ und dem basslastigen „Hey Daddy“ sammelt Usher weitere Pluspunkte, aber einen zweites „Confessions“ erreicht er insgesamt qualitätsmäßig nicht. Denn leider schleichen doch ziemlich viele durchschnittliche Songs auf diesem Album herum, „Papers“, „Okay“ oder „So many Girls“, die einfach nicht beweisen, dass Usher Raymond der R&B-Genrekönig war und ist. Dafür geht er zu sehr auf Nummer Sicher und die vielen Produzenten und Songwriter schaffen es nicht, eine einheitliche Qualitätslinie durchzuhalten. Trotzdem verbucht er einige Single-Hitkandidaten, die den Gesamteindruck etwas schönen. Anscheinend steckt neben HipHop auch der R&B ein wenig in der musikalisch eindimensionalen Sackgasse, die bis auf einige Lichtblicke auch auf diesem Silberling niemand verlässt.

Anspieltipps:

  • Monstar
  • Hey Daddy
  • Foolin around
  • Mars vs. Venus

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