The Bear Quartet - 89 - Cover
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The Bear Quartet 89


  • Label: Adrian Recordings/ALIVE
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bereits 1989 formierte sich die schwedische Band The Bear Quartet, von der man hierzulande nur sehr wenig mitbekommen hat. Obwohl die Kritik in Schweden The Bear Quartet schon anhand der ersten flüchtigen Demo-Tapes abfeiert, fällt außerhalb Skandinaviens erst der Groschen, wenn man Namen wie Moneybrother, Kristofer Aström oder The Concretes nennt. Unter anderem für diese wohlbekannten Künstler gaben sich Mitglieder der Band nämlich als Produzenten und/oder Live-Musiker her. In Schweden also allseits respektiert und gefeiert, nicht zuletzt dank ihrer Verdienste für andere Musiker, die mittlerweile Exportschlager sind, in Kontinentaleuropa aber trotz 14 Alben und einiger EPs schlicht eine Randerscheinung.

Das neue Album „89“ ist 21 Jahre nach der Bandgründung eine finstere Rock-Platte, der man in jeder Minute die Erfahrung des Quintetts anhört und beim Opener „Halmet“ mit tollem Schlagzeug-Beat an afrikanische Trommel-Großtaten erinnert, allerdings vom dünnen Synthesizer-Teppich in ein seltsames Licht gezogen wird. Ähnlich verhält es sich beim folgenden „Millions“, bei dem erneut das afrikanische Drumming für Laune sorgt, von filigranem Saiten-Einsatz gefolgt rein musikalisch aufhorchen lässt, doch nicht verhehlen kann, dass The Bear Quartet zwischen den Stühlen sitzen. Einerseits dunkel die Atmosphäre zu bedienen, dann aber grausige 80´er Jahre-Keyboards als sakrale Düsternis präsentieren zu wollen, wirkt schnell ungewollt komisch.

Es gibt gute Ansätze, die vor allem im filigran gespielten Rock mit der gewissen „Nach mir die Sinnflut“-Partylaune zu finden sind, stimmlich von Sänger/Gitarrist Matti Alkberg ordentlich ergänzt werden, aber so einige Rückschlage hinnehmen müssen. Anders ist es nicht zu erklären, wenn erdigem Rock klebrige Keyboard-Fanfaren aufgedrückt werden und auch die weltmusikalischen Anwandlungen verkrampft erscheinen. Sicherlich brauchen es die Schweden keinem mehr beweisen, aber genau so ist das auch kein Selbstgänger, um weitere Landstriche zu erobern. Wer bisher nichts von The Beat Quartet gehört hat, wird nichts falsch machen, wenn er „89“ außen vor lässt. Hoffnungsschimmer finden sich einerseits im treibenden Beginn, andererseits auch im melancholisch-verträumten weiteren Verlauf, dennoch wirkt das Album zerrissen und keinesfalls kompakt, eben Stückwerk.

Anspieltipps:

  • Millions
  • Least Loved (Of The Unloved)
  • I Am Your Sister
  • Reanimation Of The Dead Sea

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