Foreigner - Can´t Slow Down - Cover
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Foreigner Can´t Slow Down


  • Label: earMusic//EDEL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Foreigner. Da klingelt doch was und das sind nicht nur die Kassen. Mehr als 50 Millionen verkaufte Alben sorgen seit knapp dreißig Jahren dafür, dass die zuständige Plattenfirma stets ein breites Grinsen im Gesicht trägt und Fans freuen sich wieder und wieder über den emotionalen Rock, der sich noch am großen Pathos des Rocks vergangener Tage labt. Gleich mit ihrem Beginn und „Cold As Ice“ machten sie sich selbst zu Superstars und schufen ein paar Tracks für die Ewigkeit. Im Laufe der Jahrzehnte kamen und gingen alte und neue Bandmitglieder und so ist die durchweg erfolgreiche Gruppe lange nicht mehr das, was einmal ihr Kern war.

Kommerziell wie künstlerisch hielt ihre Hochphase bis ins Jahr 1987 mit „Inside Information“, die letzte Platte, die wirklich große Erfolge feiern konnte. Zum Vergleich: „Inside Information“ schaffte es noch auf Platz 15 der amerikanischen Albumcharts (und war damit das erste Album, dass es nicht in die Top Ten schaffte), wohingegen „Unusual Heat“ es nicht einmal mehr unter die ersten 100 schaffte. Der Karriereknick kam also mit und nach „Inside Information“ und erholen sollen sie sich also über zwanzig Jahre später nach durchweg mäßigen Erfolgen.

Zuerst einmal sollte dem Misserfolg auf den Grund gegangen werden. Wie kann es sein, dass so eine große Band plötzlich abstürzt? Die Antwort liegt auf der Hand: Ihre Zeit ist einfach vorbei und irgendwann gehen einem die großen Ideen auch aus. Schon lange haben die Männer der Brit-Amerikanischen-Combo keinen Ohrwurm mehr serviert, sondern schlichten, gesunden Rock der alten Schule, der funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk, aber auch genauso wenige Überraschungen verspricht. So viel sei vorweg gesagt: Die Plattenindustrie hat sich wieder selbst übertroffen und Foreigner wieder zu Erfolg verholfen. Das Album ist seid „Inside Information“ das erfolgreichste in Sachen Platzierungen, aber ist die Musik auch wirklich wieder besser?

Die Antwort ist klar und einfach: Nein! Von der ersten Nummer an wartet man vergebens auf die ganz große Melodie aber es ist nun mal nicht immer das erste Mal. Foreigner klingen abgenutzt. Die Lieder schaffen es durchweg nicht neu zu klingen, sondern halten sich an den Großtaten vergangener Tage fest und wenn man 30 Jahre im Geschäft ist hört sich das irgendwann festgefahren an und so ziemlich jetzt ist dieser Moment. Nostalgiker können sich freuen, dass ihre Band noch mal zuschlägt, aber dieses Revival ist eher wie eine Supermarkt-Eröffnung, als ein Auftritt beim Super Bowl. Schön, weckt Erinnerungen, aber die großen Hausnummern sind nun einmal woanders zu Hause.

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