Brainstorm - Just Highs No Lows (12 Years Of Persistence) - Cover
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Brainstorm Just Highs No Lows (12 Years Of Persistence)


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 157 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gehört schon eine große Portion Selbstbewusstsein dazu seinem ersten Best Of-Album den Titel „Just highs no lows“ zu geben. Okay, den ewig gleichen Compilation-Namen wie „Greatest hits“, „The very best of“ oder „The ultimate collection“ mit solch einer Aktion etwas entgegenzutreten ist ganz nett, aber ist bei der deutschen Power Metal-Truppe Brainstorm denn wirklich seit der Gründung 1989 alles Gold gewesen, was die Herrschaften Andy B. Franck (Gesang, Ur-Sänger Marcus Jürgens verließ bereits 1998 die Band), Milan Loncaric (Gitarre), Thorsten Ihlenfeld (Gitarre), Andreas Mailänder (Bass, stieg jedoch 2007 aus und wurde durch Antonio Ieva ersetzt) und Dieter Bernert (Schlagzeug) auf den Markt geworfen haben? Wird auf einschlägige Musikzeitschriften vertraut, so sind Brainstorm eine der besten, wenn nicht sogar DIE beste deutsche Power Metal Band (Fans von Rage, Helloween, Blind Guardian oder Edguy dürfen gerne widersprechen) und allein der letzte Output „Memorial roots“ (10/2009) ist ein erneuter Beweis für die konstante Qualität des deutschen Acts, obwohl es zuletzt schon wesentlich gemischtere Gefühle gab als bei früheren Outputs. Wie dem auch sei, nach dem Weggang von Metal Blade zu AFM Records musste für das Label sowieso eine Bilanz gezogen werden und was bietet sich da besser an als einen Rückblick auf das bisherige Schaffen zu werfen?

Bevor nun aber das enthaltene Material näher unter die Lupe genommen werden kann, muss erst geklärt werden, wieso der Untertitel der Best Of-Scheibe denn „12 years of persistence“ heißt, wenn die fünf Herrschaften schon seit 20 Jahren im Geschäft sind. Die Antwort fällt leichter aus als gedacht, denn nach vier Demos unterschrieben Brainstorm bei Last Episode, die zwar 2001 Insolvenz anmelden mussten, aber die zwei, dort erschienen Alben „Hungry“ (1997) und „Unholy“ (1998) wurden wohl nicht zur partiellen Veröffentlichung freigegeben, sodass rein die Zeit unter Metal Blade berücksichtigt wird. Für „Wo fing die Band an und wie entwickelte sie sich weiter“-Fetischisten ist die Zusammenstellung also schon mal nicht zu gebrauchen, weil erst „Ambiguity“ (05/2000) das erste berücksichtigte Werk ist.

Trotzdem muss zugute gehalten werden, dass auf Gleichberechtigung halbwegs großen Wert gelegt wurde und in diesem Sinne „Ambiguity“ und „Metus mortis“ (10/2001) mit vier Zählern zu Buche schlagen, „Soul temptation“ (06/2003) stolze sechs Stücke umfassen darf und „Liquid monster“ (04/2005) und „Downburst“ (01/2008) mit je fünf Tracks ihren Beitrag leisten. Dass Brainstorm für große Melodien, starke Refrains und Hymnen für die Ewigkeit auf praktisch jedem Album einen Song parat hatten und Andy B. Franck mit seiner wandlungsfähige Stimme selbst schwächere Stücke aufwerten konnte, lässt sich daher ganz gut nachvollziehen.

Da der Power Metal-affine Hörer die einzelnen Platten aber schon im Schrank stehen haben dürfte, gibt es auch eine eigene Bonussektion um die Kaufentscheidung zu erleichtern. Dort tummeln sich dann einige Bonustracks der Special Editions oder nur in Japan erhältlichen Ausgaben der bereits veröffentlichten Scheiben („Face down“ („Metus mortis“), „Breathe“ („Liquid monster“), „Drowning“ und „Crawling in chains“ von „Downburst“), das ruhig vorgetragene Judas Priest-Cover „Before the dawn“ (zu finden auf der Single „All those words“) oder die abgefahrene Neufassung des Tony Christie-Klassikers „Amarillo“ (gab es bereits auf der Limited Edition von „Soul temptation“). Um den ordentlichen Eindruck abzurunden offenbart „Just highs no lows“ am Schluss noch zwei Live-Nummern („Voices“, „Liar´s edge“), die zwar nicht unbedingt eine „state of the art“-Abmischung besitzen, aber zumindest einen guten Eindruck davon vermitteln wie es bei einem Brainstorm-Gig abgeht. Kurzum: Mit dieser Doppel-CD kann man nicht viel falsch machen.

Anspieltipps:

  • Painside
  • Amarillo
  • The Leading
  • Maharajah Palace
  • Hollow Hideaway
  • Falling Spiral Down
  • Highs Without Lows

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