Amon Amarth - Versus The World (Re-Release) - Cover
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Amon Amarth Versus The World (Re-Release)


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 99 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Zeit für Metal Blade, die Vergangenheit noch einmal Revue passieren zu lassen und Neuauflagen der ersten vier Amon-Amarth-Scheiben auf den Markt zu werfen.

Nach der Umbenennung von der Grindcore zockenden Truppe Scum zu Amon Amarth (1992), den zwei Mini-Alben „The arrival of the Fimbul winter“ (1994) und „Sorrow throughout the nine worlds“ (1996), von denen ersteres nicht einmal regulär bei einem Label erschienen ist, sondern aus eigener Tasche finanziert wurde, ging es für Amon Amarth mit ihrem Metal Blade-Einstand „Once sent from the golden hall“ (02/1998) erst so richtig los. Die zwei sukzessiven Werke „The avenger“ (09/1999) und „The crusher“ (02/2001) bauten eine loyale Fanbase auf und das dargebotene Material wurde immer mehr verfeinert. Trotzdem staunten viele Anhänger von Johan Hegg (Gesang), Johan Söderberg (Gitarre), Olavi Mikkonen (Gitarre), Ted Lundström (Bass) und Fredrik Andersson (Schlagzeug) nicht schlecht als „Versus the world“ (11/2002) die Musikläden enterte und einem übergroßen Monolithen gleich alle bisherigen Veröffentlichungen der Band in den Schatten stellte. Amon Amarth gelang der Durchbruch, „Death in fire“ lief plötzlich auf Viva Plus und mehrere Musikmagazine überschlugen sich vor Lobpreisungen, die der hymnenhafte Charakter der neun Songs mit sich brachte.

Sechs Jahre später können die Nordmänner längst auf weit größere Erfolge zurückblicken. Der letzte und kommerziell bislang erfolgreichste Longplayer „Twilight of the thunder god“ (09/2008) kletterte z.B. auf Platz 50 der amerikanischen Billboard Charts und mit Slayer ging es auf die „The unholy alliance Part III“-Tour. Zeit für Metal Blade die Vergangenheit noch einmal Revue passieren zu lassen und Neuauflagen der ersten vier Amon Amarth-Scheiben auf den Markt zu werfen, welche aus einem stark erweiterten Booklet mit ausführlichen Statements der Band zur jeweiligen Platte und den einzelnen Tracks, einer Bonus CD und einer remasterten Version des Originalalbums besteht. War bis auf das in seiner Urfassung wirklich nicht sehr rund klingende Debüt als neu abgemischte Version eine klare Kaufempfehlung, so boten sich „The avenger“ (05/2009) und „The crusher“ (09/2009) aufgrund des geringen klanglichen Unterschieds eher Neueinsteigern an. Bei „Versus the world“ sieht die Sache allerdings ein wenig anders aus, denn obwohl die Ur-Fassung der vierten Amon Amarth-Scheibe ein ähnlich höhenlastiges Problem wie seine Vorgänger hatte, so ist das nun weitestgehend behoben worden und die Platte erstrahlt durch zusätzlich druckvolleren Sound in neuem Glanz. Fans wird es jedenfalls freuen, dass Live-Klassiker wie „Death in fire“, „For the stabwounds in our backs“ oder der Titeltrack nun endlich in der Studiofassung ganz nach rechts gedreht werden können ohne einen bleibenden Ohrenschaden davon zu tragen.

Über die einzelnen Songs brauchen dafür kaum ausführliche Worte verloren werden, da sie schlicht und ergreifend für sich selber stehen. Dass Amon Amarth bei ihren wuchtigen Live-Shows immer wieder verstärkt Nummern von dieser Platte spielen und das Publikum jedes Mal abgeht als ob es kein Morgen gäbe, dürfte ein ausreichendes Qualitätssiegel sein. Hegg & Co. haben hiermit einfach ihren großen Wurf abgelegt, sodass die folgenden Alben eigentlich nur mehr Variationen dessen sind, denn die Mischung aus Laut-Leise-Dynamik, sowie harten Knüppelpassagen und atmosphärisch dichten Hymnen aus der Zeit der Wikinger haben die Schweden auf dieser Scheibe unüberhörbar perfektioniert. Der Live-Mitschnitt von der „Bloodshed over Bochum“-Konzertreihe vom 31.Dezember 2008, wo alle Songs des Albums in voller Länge vor Publikum gespielt und aufgezeichnet wurden, ist (wie bei den drei Wiederveröffentlichungen davor) allerdings erneut nur eine nette Draufgabe. Kaufentscheidend ist eher der Umstand, dass die neun Kompositionen von 2002 so gut wie nie zuvor klingen und es bei einem grandiosen Werk wie „Versus the world“ ziemlich egal ist, ob man sie letztendlich doppelt im Schrank stehen hat oder nicht.

Anspieltipps:

  • Death In Fire
  • Versus The World
  • Across The Rainbow Bridge
  • Thousand Years Of Oppression
  • Where Silent Gods Stand Guard

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