Mary J. Blige - Stronger With Each Tear - Cover
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Mary J. Blige Stronger With Each Tear


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Frau Blige befindet sich auch heuer auf einem hohem Soul/R&B-Niveau.

Das neunte Studioalbum der Soul-Diva Mary J. Blige, das Wort Diva ist dem Fall anerkennend gemeint, beendet das Musikjahr 2009 und ist mit Alicias Keys hochklassigen „The Element of Freedom“ das letzte Highlight. Doch nach den ersten vier der zwölf neuen Songs zweifelt man schon an wenig: Zu sehr geht Blige auf Nummer Sicher, sie spielt mit den von ihr gesetzten Standards des so genannten „HipHop-Soul“. Welche finstere Macht sie und die zahlreichen Produzenten und Songwriter allerdings dazu getrieben hat, vorwiegend im ersten Teil der CD, ihre Stimme mit künstlichen Zusätzen abzumischen? Die unverwechselbare Stimme der Mary J. Blige ist doch das Pfund mit dem es zu wuchern gilt oder nicht? Erst mit dem flotten lockeren Song „Good Love“, den Rapper T.I. als Gastsänger begleitet, wird es besser: Da spürt man fast eine positive Grundstimmung, die die Queen of HipHop-Soul doch sonst gar nicht zum besten gibt, weil sie schon einiges Negative erlebt hat und das meist musikalisch verarbeitete.

Der nimmermüde Ne-Yo komponierte zusammen mit Blige das erwähnte „Good Love“ und auch das ebenfalls empfehlenswerte „I feel good“, deren Titel die genannten positiven Emotionen ausdrücken. Da gibt es einige gutklassige R&B-Tracks zu hören, die von der klassischen Ballade „I am“ unterbrochen werden, welche die Stimme von Blige noch mehr in den verdienten Vordergrund rückt. Es schleichen sich aber auch etwas lieblose Tracks ein, die viel mit elektronischen Beats und Stimmbearbeitung operieren, welche eher durchschnittlich klingen. Das die herzergreifende Ballade „Color“ zum Schluss der CD endlich Qualität zeigt, ist daher erfreulich, denn da hat Retro-Soul-Spezi Raphael Saadiq ein berührendes Stück Musik geschaffen, dass Soul in Perfektion darstellt: Die sehr reduzierte Musik und die einfach nur Gänsehaut erzeugende Stimme von Mary Jane Blige lassen einen nicht kalt.

Das Fazit ist etwas ernüchternd: Zu viele elektronische Spielereien, die sich gerne an den heutigen R&B-Musik-Standard dranhängen würden und anscheinend die seltsame Tatsache, dass Blige zur Zeit glücklich und zufrieden zu sein scheint, erschwerten die Aufnahme eines durchgehend guten Albums, dass die sonst üblichen Blige'schen Leiden, die sie wunderbar in gesangliche Höchstleistungen umwandeln konnte, einzufangen vermochte. Sicherlich befindet sich Blige auf einem hohem musikalischen Soul/R&B-Niveau, welches andere Sängerinnen gern hätten, aber allzu sehr sollte sie sich von fremden Produzenten ihrer Stärken berauben lassen, die sie auszeichnen: Sie ist aufgrund ihrer bewegten privaten Vergangenheit DIE Stimme des Soul und der Balladen und sie hat nicht umsonst seit 1992 weltweit 48 Millionen Platten verkauft. Whitney Houston wäre froh, wenn sie ihre Stimme behalten hätte und Mary J. Bliges Organ haben die Drogen Gott sei Dank nichts angehabt und sie ist aber erst so richtig gut, wenn sie leidet.

Anspieltipps:

  • Good Love feat. T.I.
  • I Feel Good
  • Color

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