Fear Factory - Mechanize - Cover
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Fear Factory Mechanize


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Urplötzlich sind Fear Factory wieder da und es wird die große Reunion-Keule geschwungen. Was hier verbreitet wird ist allerdings gefährliches Halbwissen. Richtig ist, dass Dino Cazares sich wieder mit Burton C. Bell versöhnt hat und sie wohl den gerichtlichen Namensstreit um das Aushängeschild Fear Factory gegen die Rhythmusabteilung Christian Olde Wolbers und Reymond Herrera gewonnen haben. Jedenfalls veröffentlichen die beiden ersten Herren zusammen mit Byron Stroud (Bass) und Gene Hoglan (Schlagzeug) das erste Fear Factory Album seit fünf Jahren.

Wer erinnert sich nicht an das letzte Album „Transgression“, mit dem die Band aus der Stadt der Engel (Die Stadt muss auch solche Teufel hervorbringen, um die Balance zu wahren) eine mächtige Bruchlandung hingelegt haben (von LA X auf die unbekannte Insel). Der Versuch sich dem Mainstream anzunähern war keine gute Idee. Mit Cazares kann so etwas eigentlich nicht passieren, oder? Tatsächlich erkennt man in den vorherrschenden Riffattacken sofort die typische Handschrift von Cazares und auch Bells sauberer, melodischer, doch stets emotionsloser Refraingesang fehlt nicht. Wobei man betonen muss, dass es die Jungs ohne Cazares auf dem energiegeladenen „Archetype“ auch geschafft haben nach Fear Factory zu klingen.

„Mechanize“ ordnet sich musikalisch früh in der Geschichte von Fear Factory ein. Eine kleine Renaissance an Industrial-Spuren und natürlich viele schnelle Death-Metal-Parts („Powershifter“) stützen diese These. Die neue Rhythmusabteilung ist deutlich zu erkennen, besonders in einigen unkonventionellen Schlagzeugparts (die sich leider wiederholen). Strapping Young Lad schimmert ab und zu durch. Ansonsten kühl und mechanisch wie immer, nur eben nicht mehr ganz so originell. Starke Erinnerungen an die alten Tage weckt „Industrial Discipline“. Eine Rosine des Albums ist „Fear Campain“ mit hervorragendem Tempo und dem richtigen Biss. „Christploitation“ dagegen klingt mit seinen seltsam düsteren Keyboardklängen und verrückt disharmonischen Gitarrenlicks wie direkt aus der Gruft gezogen. Zeit zum Luft holen ist kaum bis gar nicht vorhanden. Erst zum Ende bekommen wir mit „Designing The Enemy“ und „Final Exit“ zwei gelungene, sagen wir mal kontrollierte Tracks, wie sie auf dem „Obsolete“-Album hätten landen können.

Das Album bietet zwar keine Oberkracher wie „Zero Signal“ oder auch „Edgecrusher“, aber es ist durchaus abwechslungsreich (wobei die Ursache dessen noch nicht ganz klar ist). Auf jeden Fall fehlen genügend eingängige Refrains, wie sie früher mal vorherrschten. Konsum am Stück ist aber durchaus angenehm, obwohl es im Mittelteil ein wenig schwächelt. Fans können klar zugreifen und auch der Rest sollte mal ein Ohr riskieren.

Anspieltipps:

  • Industrial Discipline
  • Fear Campain
  • Designing The Enemy

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