The Slew - 100 Percent - Cover
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The Slew 100 Percent


  • Label: Puget Sound Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

The Slew sind eine kleine Merkwürdigkeit. Zunächst einmal meldet sich hier die ursprüngliche Rhythmussektion von Wolfmother zurück. Schlagzeuger Myles Heskett und Bassists/Keyboarder Chris Ross schieden ja nach kometenhaftem Aufstieg der australischen Neo-Black-Sabbath-Led-Zeppelin-Formation in hochgradigen Unfrieden und äußerst plötzlich von Sänger/Gitarrist Andrew Stockdale.

Einen faden Beigeschmack bekam die Sache aber erst durch Stockdales nahtlose Fortführung von Wolfmother durch neu gecasteten Ersatz. Ein Hype, der eine australische Band ihr erstes Album in Los Angeles, in einem Studio in dem sonst Lenny Kravitz, Aerosmith oder Korn auf Klo gehen, aufnehmen lässt und ein Jahr später in den Gewinn eines Grammys mündet, produziert ja nicht zum ersten Mal Persönlichkeitsveränderungen und bandinterne Spannungen (dass Billy Corgan The Smashing Pumpkins ohne Jams Iha und D’arcy Wretzky fortführt, findet ja beispielsweise auch kaum noch jemand lustig, bis auf ihn selbst wahrscheinlich).

Nun projektieren die beiden australischen Mucker auf The Slew mit Kid Koala und Dynomite D, zwei kanadische Hip Hop-DJ’s, die sich an nicht weniger als sechs Turntables die Finger wundscratchen, während Heskett und Ross den bekifften Hardrockboden dazu bereiten. Doch das macht The Slew noch nicht zum außergewöhnlich seltsamen Unterfangen.

The Slew, nur psychedelische Rock-Nerds werden es vielleicht wissen, waren eine eben solche Kombo Mitte der siebziger Jahre aus Seattle, die, Gott weiß wie, zu Szenehelden wurden, ohne auch nur ein einziges reguläres Album herausgebracht zu haben. Was Independent-Filmemacher Jay Rowland wiederum veranlasste dokumentarisch diesem Phänomen vor vier Jahren auf den Grund zu gehen. Hierfür bekam dieser die Master-Bänder der einzig vorhandenen Testpressung von The Slew in die Hände, elf Tracks stark, ohne Songtitel und Cover und in Expertenkreisen als Bootleg „Slew 1 Trough 11“ bekannt. Dass der Cousin von Jay Rowland Dynomite D ist, schließt nun endlich den Kreis.

The Slew „100 Percent“ ist die Verarbeitung von Kid Koala und Dynomite D eben jener auf Flohmärkten umherirrenden Testpressung auf ihre eigene Art und Weise. Mit Unterstützung Hesketts und Ross’ freilich. Und wie meist, wenn Hip Hop auf Rock trifft, kommt das ganze ziemlich cool daher. Die fehlenden Raps und die dementsprechend permanenteren scratches machen das Album Trip- und Soundtrack-lastiger, erinnern gar manchmal an ferne, unbekümmerte Zeiten („Pauls Botique“!). Das Video zum besten Track „It’s All Over“ zeigt schön die Arbeit, die hinterm Plattengequäle steckt. Musik die sich hervorragend zum skaten eignet. Strange but cool.

Anspieltipps:

  • It’s All Over
  • Wrong Side Of The Tracks
  • Robbing Banks (Doin’ Time)

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