Eels - End Times - Cover
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Eels End Times


  • Label: GeffenUNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mark Oliver Everett sinniert über sein Leben, das schon so manche Tragödie verkraften musste und taucht mit zunehmender Spieldauer in eine Welt aus bitter-süßer Traurigkeit ein.

Mark Oliver Everett (47) alias E, eigentümlicher Chef und Mastermind der häufig wechselnden Eels-Besetzung, präsentiert mit „End Times“ das mittlerweile achte Studioalbum seiner Karriere. Dabei ist sich Everett als Songschreiber und Komponist stets treu geblieben, indem er äußerst persönliche Texte und obskure Geschichten mit durchaus schrägen Klangkollagen kombiniert.

Dass der Sohn eines Quantenphysikers in der Vergangenheit gleich mehrere Jahre zwischen zwei Alben verstreichen ließ, war angesichts seiner intensiven Herangehensweise als normal anzusehen. Doch nun ließ Everett zwischen dem Vorgänger „Hombre Lobo“ (05/2009) und dem neuen Werk nur etwas mehr als ein halbes Jahr verstreichen. Dieses Tempo und auch der Albumtitel sprechen dafür, dass uns der Künstler ganz dringend etwas mitzuteilen hat und keine Zeit verlieren will. Und schaut man sich die Geschichte seiner Familie an, so weiß man, dass die Uhren bei den Everetts schneller ticken als üblich.

Erzählten die Texte auf „Hombre Lobo“ noch aus der Sichtweise einer fiktiven Person, greifen die Songs auf „End Times“ wieder tief in die Persönlichkeitskiste von Mark Oliver Everett, für den es ganz offenbar wieder an der Zeit war, Wut, Trauer, Trost- und Mutlosigkeit zu verarbeiten. Dazu fährt er auf „End Times“ den Faktor Rockmusik fast gen Null zurück, um ihn gegen ebenso intensive wie versponnene Indie-Popsongs auszutauschen. Nur im treibenden „Gone man“, dem stampfend-coolen „Paradise blues“ im Stil der Doors (!) sowie im rumpelnden „Unhinged“ geht es etwas heftiger zur Sache, während „Mansions of Los Feliz“ richtiggehend fröhlich daherkommt. Doch der Eindruck letzteren Songs täuscht.

Die bedrückende Grundstimmung lässt sich damit nur bedingt aufbrechen. Mark Oliver Everett sinniert über sein Leben („In my younger days“), das schon so manche Tragödie verkraften musste und taucht mit zunehmender Spieldauer in eine Welt aus bitter-süßer Traurigkeit ein („Nowadays“), die scheinbar keine „Katastrophe“ auslässt. Am Ende steht der Protagonist als einsamer und verlassener Mensch da, der in „Little bird“ singt, wie arg er „sein“ Mädchen vermisst, über ein wenig Lebenshilfe froh wäre („I need a mother“) und trotz allem der Ansicht ist, dass er es packen kann („On my feet“).

Verpackt in Arrangements mit dezenten Bläser- und Streicherzutaten und Gitarren, die überwiegend akustisch zum Einsatz kommen, ist „End Times“ für den Eels-Kenner gewiss kein musikalisches Neuland. Nichtsdestotrotz ist das vertonte Leiden des Mark O. Everett immer noch eine unheimlich berührende und dadurch fesselnde Erfahrung, bei der man auch nach fast 20 Jahren nicht müde wird zuzuhören.

Anspieltipps:

  • Nowadys
  • Gone man
  • Little bird
  • Paradise blues
  • A line in the dirt
  • Mansions of Los Feliz

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