Dream Evil - In The Night - Cover
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Dream Evil In The Night


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Energiegeladener Metal scheint ohne Klischees nicht auszukommen. Die Konzentration auf rasante Riffs und eine packende Dramaturgie dürfte wohl so manchen Musikschaffenden überfordern, sodass scheinbar keine Zeit mehr für ausgeklügelte Geschichten oder innovative Themen bleibt. Als allerdings 1999 mit der schwedischen Powergranate Dream Evil rund um Produzent Fredrik Nordström (Gitarre) ein Act das Licht der Welt erblickte, der sich einen Dreck um Klischees scherte und quasi so viele unter einen Hut bringen wollte wie es ihm möglich war, grinste sich die Metalgemeinde ein Loch ins Knie. Deftiger Heavy Metal mit wuchtigen Riffexplosionen, Texte über Liebe, Tod und Teufel und ein augenzwinkernder Sarkasmus, der seinesgleichen suchte, beschrieb am besten die Scheiß drauf-Attitüde von „Dragonslayer“ (06/2002), „Evilized“ (01/2003) und vor allem „The book of Heavy Metal“ (10/2004).

Fans und Kritiker zogen Vergleiche mit der New Wave Of British Heavy Metal, Dream Evil bestritten für Größen wie Saxon, Masterplan oder Blind Guardian mehrere Tourneen und mit einer (mehr oder weniger) aufgezwungenen Parallele zu Manowar wurde eine ständige Konkurrenz zu den Begründern des True Metal unterhalten, die sich noch immer bester Gesundheit erfreut und auch mit der neuesten Langrille „In the night“ nicht verstummen wird. Dabei sind nach dem letzten Oeuvre „United“ (10/2006) bereits einige Jahre ins Land gezogen und die Zeichen stehen nach dem mehr als enttäuschenden Manowar-Opus „Gods of war“ (02/2007) nicht schlecht, dass Dream Evil dieses Mal mit Leichtigkeit als Sieger aus dieser Konfrontation aussteigen, noch dazu wenn jegliche andere Mitbewerber wie Mystic Prophecy („Fireangel“ vom Mai letzten Jahres) oder Iced Earth (die beiden „Something Wicked“-Teile von September 2007 und 2008) kaum zu überzeugen wussten.

Tatsächlich schenken sich Niklas Isfeldt (Gesang), Daniel Varghamne (Gitarre), Peter Stalfors (Bass), Patrik Jerksten (Schlagzeug) und Chefinitiator Nordström nichts und gehen mit den beiden Eröffnungsstücken ohne Umschweife in die Vollen, was nicht nur markante Hooklines, bratende Rifffolgen und stürmisches Schlagzeugspiel zur Folge hat, sondern auch die Luftgitarre zücken und die Matte schütteln lässt wie im anschließenden „Bang your head“ ausgiebig proklamiert wird. Melodic Metal im energisch-stampfenden Singalong-Mantel gibt es dann mit „See the light“ und „On the wind“ auf die Ohren, „Electric“ und „Frostbite“ jagen auf der wilden Groovesau durch sämtliche Wälder und „The ballad“ ist, nun ja, eine Ballade, die nicht einmal den pathetischen Vortrag Isfeldts benötigt um ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern.

Damit ist das Gebiet von Dream Evil anno 2010 schon abgesteckt und die restlichen Songs bieten lediglich überdurchschnittliche bis gute Power / Melodic / Heavy Metal-Kost, die leicht verdaulich ist und wie die erste Hälfte von „In the night“ trotz fehlender Überraschungen ungeheure Lust auf weiteres, ähnlich unterhaltsames und kurzweiliges Material aus Schweden macht. Im neuen Jahrzehnt heißt es jedenfalls bislang Manowar 0, Dream Evil 1.

Anspieltipps:

  • Electric
  • Frostbite
  • In The Night

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