Nathan Rogers - The Gauntlet - Cover
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Nathan Rogers The Gauntlet


  • Label: True North/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Kanadier Nathan Rogers ist Singer/Songwriter und Gitarrist, der die Folk Musik sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen hat. Besser gesagt: die väterlichen Gene der kanadischen Folk-Legende Stan Rogers müssen für sein Talent verantwortlich sein. 2005 gründete Nathan sein eigenes Plattenlabel und veröffentlichte das von Rick Fenton produzierte Debüt „True Stories“.

Sein neues Album „The Gauntlet“ startet mit dem Titelstück, das mit der Attitüde des Zorns, in der eine latente Verzweiflung mitschwingt, vorgetragen wird. Rogers spielt hier mit einem kräftigen Anschlag auf der Akustischen und verleiht so seinen Lyrics und seiner Stimme eine intensive Dringlichkeit. Dagegen sind „The Jewel Of Paris“, „Carmerica” und „Willie O’ Winsbury“ poetische Folk-Songs mit zärtlicher Violinenbegleitung (Tania Elizabeth) und weiblicher Harmoniestimme (Keri Latimer), die einen graziösen Kontrast zur teils deutlichen Sprache Nathan Rogers setzt.

In voller Bandbesetzung, also auch mit Schlagzeug, werden „Fingerprints“ und „Billboard Babies“ zum Besten gegeben, Rogers singt mit Wut in Bauch und Stimme, lediglich die Stromgitarre will sich nicht so recht ins Klangbild fügen und wirkt wie ein Fremdkörper. Die Dringlichkeit des Titelstücks kommt auf „Moving Mountains“ wieder zum Vorschein und erinnert im Ansatz an den frühen Billy Bragg. Zu guter Letzt vollendet er mit „The Puddler’s Tale“ einen Song seines Vaters und überlässt seiner 2007 geborene Tochter Bella-Sophia „The Last Word“.

Nathan Rogers versucht auf „The Gauntlet“ Tradition und Moderne zu verbinden, was ihm auch eher ge- als misslingt. Seine Themen sind persönlicher Natur, die dennoch universell verstanden werden können. Über Vergeltung, Desillusion, Zorn, Erlösung und Freiheit kann schließlich fast jeder (mehr oder weniger intelligent) philosophieren. Die im Booklet abgedruckten Texte von Nathan Rogers verlieren auch bei mehrmaligem Lesen nicht ihre Wirkung. Seine Songs schütteln den Staub vergangener Folktage aus dem Mantel, um sich anschließend wieder darin zu wälzen. Rundum gelungen ist ihm noch nicht alles auf „The Gauntlet“, aber für ein zweites Album schon ziemlich viel.

Anspieltipps:

  • The Gauntlet
  • The Jewel Of Paris
  • Carmerica
  • Moving Mountains

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