Immanu El - Moen - Cover
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Immanu El Moen


  • Label: And The Sound/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Jahre 2003 begann die musikalische Reise der Schweden von Immanu El, als der 16-jährige Claes Strängberg zusammen mit seinem Zwillingsbruder Per dieses Projekt gründete. Michael Persson und Emil Karlsson folgten und so formte sich ein stark durch Post-Rock beeinflusster Sound, der mehr und mehr vor allem als atmosphärischer Indie-Pop bezeichnet werden kann. Nachdem die Schule beendet war, nahm das schwedische Label And The Sound Records Immanu El unter Vertrag und das Debütalbum „They´ll Come, They Come“ (2007) erschien, gefolgt von Tour und einem beachtlichen Medien-Echo in Europa wie auch in den USA. So verwundert es nicht, dass Immanu El seit 2008 mit über 100 Konzerten in 20 Ländern einiges an Live-Qualität dargelegt haben und nun den zweiten Longplayer mit dem Namen „Moen“ bereitstellen.

Mittlerweile zum Sextett herangewachsen und von der Violinistin Ellen Hjalmarsson unterstützt, ist schon der Auftakt mit „Agnes Day“ überaus spannungsvoll geworden. Die wenig aufdringliche, mit viel Fingerspitzengefühl ausgearbeitete Instrumentierung schleicht sich quasi kaum bemerkt ins Ohr des Hörers, macht es sich dort gemütlich und fesselt dank einprägsamen, aber nicht beliebigem Songwriting, das zusammen mit dem zart besaiteten, hymnischen Gesang Ausrufezeichen setzt. Da braucht es keine Gitarren-Ausbrüche, wie sie im Opener noch vorkommen und dabei etwas gewollt an den typischen Post Rock-Pathos erinnern, sondern es reicht der Akustikgitarren-Pop von „Lionheart“, ergänzt um variantenreiche, rhythmisch mitreißende Percussions, welche im Laufe des Songs immer dringlicher werden und schließlich von der E-Gitarre träumerisch umspielt werden.

So vollends großartige Stücke gibt es immer wieder auf „Moen“ und erinnern auch in ihrer stilistischen Perfektion an die Spätphase der Schotten von Aereogramme. Diesen Zustand schon bei Album Nr. 2 zu erreichen, ist definitiv beachtlich und spricht für das tolle Zusammenspiel der Anfang-Zwanziger. Die Schwelgerei nimmt auch keinesfalls ab. Stattdessen werden immer wieder Spitzen gesetzt, wie das unnachgiebig hymnisch voller Eleganz strahlende „Aerial“ oder in Form des piano-getränkten und von leichten Dissonanzen durchzogenen „Hogamon Two“, bei dem der starre Rhythmus durch filigrane Melodien abgefedert wird. Auch wenn der Name Immanu El vor allem im Post Rock-Kontext fällt, so formen die Schweden immer mehr ihren ganz eigenen Entwurf von Indie-Pop, dem keine Grenzen anhaften und dabei in jeder Note so viel Herausforderung wie Harmonie-Seligkeit innewohnt.

Anspieltipps:

  • Lionheart
  • Aerial
  • Tunnel
  • Storm

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