Queenadreena - Djin - Cover
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Queenadreena Djin


  • Label: Medicine Jar/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Frauenpower Cock-Rock die Vierte für Katrina Jane Garside mit QueenAdreena. Ihres Zeichens Vorsteherin der vielleicht ersten erfolgreichen Rrrriot-Girl Band Europas, Daisy Chainsaw. Doch der Anfang der Neunziger ist lange her und transzendiert inzwischen langsam in über-30-Partys über. Freilich nicht ihre wilden Umtriebe jener Zeit.

Auch ihr zweiter Bandversuch mit QueenAdreena ab 1999 bleibt bei seinen Leisten: schwer, hart, riff-rockig, und unüberhörbar getragen von Garsides, in Kontradiktion zu ihren schmächtigen Körper stehenden, mächtigen Organ. Demnach weiß man was man bekommt an QueenAdreena, jedenfalls im Heimatland England und in Frankreich, wo sie einigermaßen bekannt sind. Doch ist das zuerst in Japan und nun in Europa erscheinende vierte Album „Djin“ ein underachiever. Man möchte es abschreiben und verstauen nach einem Durchgang, zumal, wenn man die Band kennt. Aha, wie immer, abgehackt, okay. Und doch ist „Djin“ ein gutes Hardrock-Album, und eigentlich aus nur einem Grunde: der in die Platte hineingeworfene emphatische Gefühlsimpetus. Hier stimmt es mal: ohne ihre Frontfrau, wäre die Band nicht einmal halb so viel wert.

Doch lässt sich, wie gesagt, erst bei genauerem Hinhören, auch die Instrumentierung das ein oder andere Mal nicht lumpen. Wie die Gitarre auf „Crow“ beispielsweise in Korrespondenz mit der verzweifelt schreienden Stimme sich jammernd auskotzt, Oktaven betanzt, Töne abbricht und Anarchie sät, ist ein derber Höhepunkt. Oder bei „Ruby“, wie alles munter & mächtig fuzzt, während ein dominanter Bass sich in die Gehirnwendungen wummert. Oder die gezogenen Rockregister auf „Angel“.

Doch steht alles zurück hinter Garsides infernalisch stimmlichen Schauspiels. „Life (Support)“ ist da nur ein Beispiel von vielen: manisch, aggressiv, anbiedernd, umschmeichelnd, stereotyp, und wieder manisch. Dass schizophrene, unberechenbare Irre, ist nicht erst seit Heath Ledger’s Joker salonfähig. Garside macht also nichts Neues, vielleicht auch nichts sonderlich Spannendes, aber sie macht es mit verdammt viel Spucke, Blut und Seele.

Anspieltipps:

  • Angel
  • Crow
  • Ruby
  • Killer (Tits)

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