Girugämesh - Now - Cover
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Girugämesh Now


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem sich Girugamesh mit ihrem dritten Silberling „Music“ aufgrund verstärkter Nutzung elektronischer Klänge viele Fans verprellt haben, durften die Hörer gespannt sein, in welche Richtung die neue Scheibe der J-Rocker gehen würde.

Nach einem Intro mit technoiden Beats und simplen Gitarrenriffs beginnt das Album erst so richtig mit „Bit crash“, das mit denselben Technobeats wie das Intro daherkommt, aber mit Trip-Hop-Rhythmen unterfüttert wird, die plötzlich in Nu-Metal-Klänge übergehen. Überraschend, und für viele sicher irritierend, sind die immer wieder eingestreuten Breaks, in denen der Technobeat wieder an Oberwasser gewinnt. Dennoch hat man das Gefühl, dass die Band langsam auf der Suche nach ihren musikalischen Zielen zu sich selbst zurückfindet.

„No music no reason“ ist der erste Höhepunkt. Gemäßigt in die Saiten hauend, entwickelt sich der Track schnell zu einem Partyknaller, bei dem niemand still stehen bleiben kann. Das ist japanische Rockmusik, wie sie sich von ihrer besten Seite präsentiert. Auch diverse Growl- und Scream-Einlagen fehlen nicht, so dass man von einem starken Stück Musik sprechen muss. Was folgt ist eine Suche nach dem idealen Klangbild. So bietet „Alive“ Old-School-Rap, der mit dem Einsatz der Instrumente mächtig an Fahrt aufnimmt und in einer mächtigen Nu-Metal-Breitseite mündet. Ähnlich verhält es sich auch bei „Beast“ und „Game“. Das zeigt, dass sich Girugamesh in diesem Genre offenbar ziemlich wohl fühlen.

In eine ganz andere Richtung gehen dagegen „I think I can fly“ und „Nobody“. Während der erstgenannte Song noch hier und da harte Gitarren einbringt, ist bei letzterem eine Akustikgitarre zu hören. „Suiren“ und „Arrow“ decken dann die Sparte des klassischen J-Rock ab. Auch dieses Genre beherrscht die Band, allerdings klingt sie dort nur wie eine von vielen und es bleibt fraglich, ob dies die richtige Sparte für Girugamesh ist.

Alles in allem ist „Now“ ein Silberling, der weder groß enttäuscht noch zu Jubelstürmen hinreisst. Die Produktion klingt hier und dort nicht ganz perfekt, doch scheint darin eine gewisse Absicht zu liegen. Man darf also gespannt sein, was als nächstes von Girugamesh folgt.

Anspieltipps:

  • no music no reason
  • alive
  • nobody

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