The Heavy - The House That Dirt Built - Cover
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The Heavy The House That Dirt Built


  • Label: Counter Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist diese manchmal unfassbare Schnittmenge aus Blues/Soul/Funk sowie im späteren Verlauf der Platte auch Ska, die einem die Freude noch lange ins Gesicht geschrieben stehen lässt.

The Heavy sind Kelvin Swaby (Vocals), Daniel Taylor (Gitarre), Spencer Page (Bass) und Chris Ellul (Drums), mit „The House That Dirt Built“ beim zweiten Album angelangt und haben die beim Debüt „Great Vengeance & Furious Fire“ noch sehr präsenten Samples auf ein Minimum heruntergefahren, was dem von Jim Abbiss (Arctic Monkeys, Adele, Kasabian) produzierten Werk bestens steht. Erdiger Rhythm´n´Blues, Garage-Punk, Soul/Funk und viel Herzblut prägen ein bei weitem nicht alltägliches Album, dass trotz der vielen Genres ein einziger Fluss aus ehrlicher, handgemachter Musik für jede Gemütslage ist. Unterstützt wurden The Heavy von den Noisettes, die bereits zusammen getourt haben und nun auch auf dem neuen Longplayer gemeinsame Sache machen.

Das Herz der Combo ist mit viel Rhythmus-Gefühl im Soul/Funk zuhause, kommt aber schon im Opener „Oh No! Not You Again!!“ 60´s-lastig voller Rock´n´Roll daher, dem die rauen, wild aus dem krachigen Sound herausragenden Stimmen das letzte Fünkchen Präsenz schenken, die es für einen vor Spielfreude und Kraft strotzenden Longplayer braucht. Wenn im folgenden „How You Like Me Now“ das Tempo gedrosselt wird, passiert das nicht weniger energiereich als in temporeicheren Regionen von The Heavy, dafür aber mit einem tollen, harmonie-reichen Keyboard und bluesigen Gitarrenriffs, denen man den Groove bis in die Fußspitzen anhört und diese an sich selbst kaum ruhend vorfindet.

Schunkelnd gibt sich „Sixteen“ in detailreicher Instrumentierung und unnachahmlichen Duett-Gesang. Was eben noch der feuerspuckenden Zirkus-Magie nahestand, fügt sich bei „Short Change Hero“ zu einem filmreichen Western-Intro samt tragischer Violine und grollendem Donnern, um nach 90 Sekunden schließlich sanftmütig Gnarls Barkley zu huldigen, was vor allem dem großartigen Gesang von Kelvin Swaby geschuldet ist, und filigran pochend Soul in Bestform zu bieten. Einerseits bleiben The Heavy dort erstaunlich sentimental, andererseits haben sie den Groove gefressen, der eingebettet in Streichern diesen Reigen auf „The House That Dirt Built“ weiter auf hohem Niveau hält. Es ist genau diese manchmal unfassbare Schnittmenge, die so viel aus dem Ursprung von Rockmusik zieht und dabei doch vor allem Blues/Soul/Funk sowie im späteren Verlauf der Platte auch Ska verbreitet, dass einem die Freude noch lange ins Gesicht geschrieben steht.

Anspieltipps:

  • Oh No! Not You Again!!
  • Sixteen
  • Short Change Hero
  • What You Want Me To Do?

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