Mitchel Musso - Mitchel Musso - Cover
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Mitchel Musso Mitchel Musso


  • Label: Disney/EMI
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mitchel Musso spielt neben Disneys derzeitiger Gelddruckmaschine Miley Cyrus aka Hannah Montana wie viele andere nur die zweite Rolle. Die Krux des von ihm verkörperten Oliver Oscar Oken ist eben nicht mehr als ein weiterer Stichwortgeber in der von Gewissensbissen und verzwickten Situationen geprägten Superstarwelt des Maus-Franchises zu sein. Um Bekanntheit zu erlangen reicht dieses Vehikel allemal, doch weder der Charakter des 18jährigen noch die Persönlichkeit wird in einem solch jahrelangen Engagement auf Dauer ausgebaut oder weitergeführt, man bleibt in seiner vorgefertigten Rolle stecken. Was bietet sich da also besser an als es den übrigen Disney-Girls (Demi Lovato, Emily Osment, Selena Gomez) nachzumachen und auch eine Platte auf den Markt zu bringen, noch dazu, wenn der eine oder andere musikalische Auftritt in der Serie schon auf offene Ohren stieß und Musso ein zweifelsfrei interessantes, weil rockigeres, Gemüt an den Tag legt?

Damit das Debüt nicht in die Hose geht, holte sich Mitchel gleich eine ganze Armada an Produzenten ins Studio (hier eine kleine Auswahl: Billy Mann (Pink, Backstreet Boys, Celine Dion), Dave Katz (Gym Class Heroes, Metro Station, Kelly Rowland), Sam Hollander (Katy Perry, Carole King, Coheed And Cambria), Matthew Wilder (No Doubt, Christina Aguilera, Kelly Clarkson), Andreas Carlsson (Bon Jovi, Hilary Duff, Europe), Bryan Todd (Ashley Tisdale, Jordin Sparks), Max Martin (Britney Spears, Westlife, Daughtry, Sugababes)) und ließ sich einige Pop/Rock-Songs auf den Leib schneidern, die zwar nicht immer zünden und Innovation versprühen, aber insgesamt doch frischer und erwachsener rüberkommen als die letzten Ausflüge seiner Mauskollegen oder Miley Cyrus bzw. Hannah Montana selbst. Das Erfolgsrezept der selbstbetitelten Scheibe lautet nicht vorrangig teeniekompatible Stücke zum Besten zu geben oder zum zweiten Justin Timberlake zu mutieren, sondern Musso rockt, wenn manchmal auch etwas zu bieder, einfach drauflos und gefällt in der Rolle als aufbrausender Jungstar mit verschmitztem Lächeln und lockeren Geschichten aus dem Jugendalltag ganz gut.

Vor allem wenn die Stromgitarre aufblitzt („Get out“), die versammelte Studiomusikerschar entgegen üblicher Konventionen auch mal etwas stärker auf die Instrumente schlägt („The in crowd“) oder starke Melodien und eine sinnvolle Struktur Hand in Hand gehen („Speed dial“), sind Ohrwürmer vorprogrammiert, die selbst auch ältere Semester nicht so schnell loslassen werden. Doch ein Output unter der Aufsicht des Mauskonzerns kann eben nicht vollends aus seiner Haut und so gibt es neben einem austauschbaren Duett mit Emily Osment („Us against the world“) auch herkömmliches Disney Kids-Material („Shout it“, „Welcome to Hollywood“, „Odd man out“) mit Mitsinggarantie, einen Bombastschmachtfetzen erster Sahne mit fetter Cocktailkirsche („(You didn´t have to) walk away”) und mit „How to lose a girl“ schaut letzten Endes noch das Krebsgeschwür der Musikindustrie, nämlich Autotune, vorbei, das wie so oft vollkommen sinnfrei und lediglich dem Zeitgeist geschuldet untergebracht wurde. Dem allgemein zufriedenstellenden Eindruck von „Mitchel Musso“ tut dies allerdings keinen Abbruch und wer auf locker-flockigen Pop/Rock steht, der an allen Ecken und Enden seiner Teenie-Herkunft trotzt, ist mit Mussos Erstlingswerk sicherlich gut beraten.

Anspieltipps:

  • Get Out
  • Speed Dial
  • The In Crowd

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