Satan Jokers - Fetish X - Cover
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Satan Jokers Fetish X


  • Label: XIII Bis/SOULFOOD
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Unglaublich, dass die französische Band Satan Jokers keinen höheren Bekanntheitsgrad aufzuweisen hat, denn abgesehen von der nicht von der Hand zu weisenden Sprachbarriere sprechen Renaud Hantson (Gesang, Schlagzeug), Michael Zurita (Gitarre), Olivier Spitzer (Gitarre) und Pascal Mulot (Bass) einen klar verständlichen Dialekt und der lautet: Heavy Metal im saftigem Hardrock-Kleid. In der ersten Hälfte der 80er Jahre mit den Alben „Les fils du Métal“ (1983), „Trop fou pour toi“ (1984) und „III“ (1985) kaum über den Status einer technisch einwandfreien Truppe hinausgekommen, fassten sich die vier Herrschaften nach einem zögerlichen Comeback im neuen Jahrtausend (2005 erschien ein Live Best Of und 2008 die Zusammenstellung „Hardcore collectors“) ein Herz, knallten erst mit „SJ 2009“ (2009) ein ordentliches Lebenszeichen hin und prügeln nun ein paar Monate später schon das nächste Rock/Metal-Manifest in der Tradition der alten Meister ein, dass es ein wahrer Ohrenschmaus ist.

Anhänger der New Wave Of British Heavy Metal (Saxon, Judas Priest), deutscher (Accept) oder amerikanischer (Van Halen) Maßarbeit werden sich bei „Fetish X“ jedenfalls sofort zu Hause fühlen, die Luftgitarre entstauben und losrocken, was das Zeug hält, denn der breit gefächerte Geschwindigkeitsparcour auf der fünften Scheibe der Franzosen ist (abgesehen vom Cover) stilsicher und ttrotzdem herrlich altmodisch. Da jagen Hantson & Co. nach der Einleitung „Prelude 2010“ mit „Satan“ eine Midtempo-Breitseite durch den Äther, ziehen das Tempo in der von kurzen Gitarrenlicks angestachelten Dampframme „Ephemere“ an, drosseln die irre Fahrt auf das stimmungsvolle „Hypnotiseur“ hinunter, nehmen im Titeltrack wieder an Fahrt auf und treiben dieses Spielchen in den folgenden Songs ein weiteres Mal, bis mit dem 20 Minuten langen, in sieben Abschnitte unterteilten „L´enfer c´est ici“ die Formel um mehrere instrumentale Stücke erweitert wird. Abschließend gibt es noch die beiden Bandklassiker „Les fils du metal“ und „Pas frequentables“ als Bonus mit dem derzeitigen Lineup neu eingespielt und das knallige Oeuvre wird standesgemäß über die Zielgerade gepeitscht.

„Fetish X“ ist ohne Zweifel ein eindeutiger Fall von „besser gut geklaut als schlecht erfunden“, aber die volle Stunde französischen Heavy Hard Rocks macht einfach Spaß und mit Themenkreisen um sexuelle Obsessionen, Reality Shows oder Fortschrittsdenken haben die Herrschaften aus L´Hexagon nicht nur was zu sagen, sondern auch einen zufriedenen Hörer auf der Habenseite, der sich nicht an der streckenweise konventionellen Herangehensweise stören und die Satan Jokers als verflucht-guten Trip in Erinnerung behalten sollte.

Anspieltipps:

  • Ephemere
  • Hypnotiseur
  • L´enfer C´est Ici
  • Presque Humains

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