Destruction - The Curse Of The Antichrist: Live In Agony - Cover
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Destruction The Curse Of The Antichrist: Live In Agony


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 97 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn es um deutschen Thrash Metal geht, gibt seit den frühen 80ern ein Dreiergespann den Ton an: Sodom, Kreator, Destruction! Allerhöchste Zeit, sich auf dieser Plattform endlich auch mal letzterer Formation, dem Trio aus dem Süden, ausführlich zu widmen. Nachdem es in den 90ern kriselte und recht still um die `82 gegründete Band wurde, starteten Destruction zu Beginn des neuen Jahrtausends ein heißes Comeback namens „All Hell Breaks Loose“. Zu den Studioalben der neuen Ära gesellte sich nicht nur eine Live-CD (2002), sondern später auch eine Live-DVD (2004), sowie eine Art Best-Of Album namens „Thrash Anthems“, wo man die alten Klassiker brandneu eingespielt präsentierte (2007). Mit „The Curse Of The Antichrist – Live In Agony“ hauen Destruction nun ihren insgesamt vierten Live-Tonträger raus. Unnötig? Ideenlos? Zu viel des Guten? Eher nicht, eine Band wie Destruction kann sich sowas durchaus leisten. Der Hunger der Fans auf dem ganzen Globus ist noch ungestillt, was die Band gerne unter Beweis stellt, und das 25jährige Bandjubiläum will natürlich auch angemessen gefeiert werden.

Es ist diesmal sogar eine Doppel-CD geworden, gut gefüllt mit an die 100 Minuten Gepolter auf höchstem Niveau; dabei viele Thrash-Klassiker, aber auch einige Songs der jüngsten Studioalben „Inventor Of Evil“ und „D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.“. Aufgenommen wurde am Wacken Open Air 2007 sowie einem späteren Hallen-Gig in Tokio. Beginnend mit einigen Impressionen aus Norddeutschlands legendärem Metal-Festival, schaltet CD 1 nach der Hälfte um auf Japan. Da wird dem Hörer ein ganz schöner Jetlag zugemutet. Noch dazu scheinen die Aufnahmen auf der zweiten Scheibe gänzlich durcheinander geraten, weshalb man den Überblick verliert. Stimmig wirkt die Zusammenstellung jedenfalls nicht so wirklich. Dass der Titel „Thrash Till Death“ gleich zweimal vertreten ist, verstärkt diesen Eindruck noch.

Nichtsdestotrotz haben sich Schmier (Gesang, Bass), Mike (Gitarre) und der 2001 eingestiegene Mark Reign (Schlagzeug) ein paar interessante Schmankerl zum Bandjubiläum nicht nehmen lassen. So holte man für „Alliance Of Hellhoundz“ einige prominente Gastsänger auf die Bühne: Peavy von Rage, Oddleif Stansland von Communic, Blitz von Overkill und Tom Angelripper von Sodom. Leider wirkt das Stimmen-Getümmel etwas chaotisch und bringt so einige schiefe Töne hervor, weshalb man es als reine Spaßaktion abtun muss. Eindrucksvoller ist da schon das Medley „The Antichrist / Thrash Till Death / Reject Emotions“ gegen Ende. Hierfür wurden die ehemaligen Drummer Tommy und Sven noch einmal auf die Bühne gebeten, um gemeinsam mit der aktuellen Besetzung ein brachiales Soundgewitter zu fabrizieren. Eine historische Szene und nebenbei eine nette Idee. Drei Schlagzeuge auf einmal hört man schließlich nicht alle Tage.

Klanglich steckt „The Curse Of The Antichrist – Live In Agony“ alle vorangegangen Liveplatten von Destruction locker in die Tasche. Das gilt für den Wacken-Mitschnitt genauso wie für die Aufnahmen aus Tokio. So hätte man sich das schon früher gewünscht. Häufig klingt es fast zu gut, sodass der Verdacht auf eine fleißige Nachbearbeitung der Aufnahmen doch sehr laut wird, aber wen juckt das schon, solange es zum Headbang einlädt und Lust auf Live-Atmosphäre macht? Kaufen rentiert sich also, zumal die Tracklist auch einen guten Querschnitt durch die gesamte musikalische Karriere der Drei darstellt. Das grandiose Frontcover, wieder mal mit dem langjährigen Maskottchen der Band – Mad Butcher – dürfte noch einen zusätzlichen Anstoß geben. Zu kritisieren bleibt, wie wild durcheinander gewürfelt das Songangebot auf den zwei CDs daher kommt, inklusive drastischer Kürzung einiger Klassiker. Dennoch bleibt ein solides Live-Album mit fettem Sound, auf dem die immerhin 25 Jahre alte Band nicht mal ansatzweise Ermüdungserscheinungen aufkommen lässt. „Thrash Till Death“ statt „Total Desaster“.

Anspieltipps:

  • Curse The Gods
  • Eternal Ban
  • The Damned
  • Soulcollector
  • The Antichrist

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