Linkin Park - LPU CD 9: Demos - Cover
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Linkin Park LPU CD 9: Demos


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 26 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Linkin Park geben uns mit „LPU CD 9: Demos“ einen mal mehr, mal weniger interessanten Einblick in den Entstehungsprozess ihrer Songs.

Verwirrung macht sich breit. Wird die neue Underground CD von Linkin Park nun offiziell für jedermann zu erwerben sein? Schließlich waren diese Raritäten-Sammlungen bislang nur für Mitglieder des offiziellen Linkin Park Fanclubs zugänglich, doch die Nummer neun der Underground-Reihe taucht nun schon in diversen bekannten Onlinekaufhäusern auf. Wie auch immer, die Mitglieder des Fanclubs wurden 2009 sowieso ordentlich vor den Kopf gestoßen, da das Minialbum „Songs from the Underground“ in die Plattenläden kam; ein Best-Of jener CDs, für die die Fans eifrig ihre Mitgliedschaftsgebühren zahlten, um sie im exklusiven Kreis hören zu können. „CD 9“ trägt nun den Titel „Demos“; ein Wort, das Qualität und Relevanz der Songs an sich ja schon hinreichend beschreibt. Interessant ist eben lediglich, wie die frühen Stadien der späteren Endprodukte klingen, wie groß die Entwicklung dabei war und welche vertonten Ideen es gar nicht bis zu einem fertigen, vollwertigen Song schafften.

Eröffnet wird mit „A-Six“, eine Art instrumentales Pendent zu „Don‘t Stay“ („Meteora“); bis auf die Länge als Einstimmung gut geeignet. Bei der folgenenden „Faint“-Demo stelle man sich „Faint“ („Meteora“) vor dem finalen Abmischen, ohne Refrain und mit alternativen Rap-Lyrics vor. Nächster. „Sad“ ist ein erster Entwurf des späteren „By Myself“ („Hybrid Theory“) ohne E-Gitarre und Gesang, welcher für nicht mehr als ein Intermezzo taugt. Dann wird es aber doch noch interessant. „Fear“ lässt sich als so gut wie vollwertige Alternativversion zu „Leave Out All The Rest“ („Minutes To Midnight“) betrachten. Hier singt Mike Shinoda mit halb improvisiert wirkendem Text eine durchaus hübsche Melodie samt „Dadada…“-Part, womit dem eigentlichen Hauptsänger Chester Bennington seine spätere Aufgabe beim Song auf charmante Weise veranschaulicht wird.

Ebenfalls zu den hörenswerteren Titeln der Platte gehört die Demo von „Figure.09“ („Meteora“). Diesmal fehlen die Strophen und Chester gibt einen skizzierten Refrain zum Besten. Dabei gefallen vor allem das eingängige und ordentlich rockende Riff sowie Chesters zusätzlicher Schrei-Part gegen Ende. Allemal für ein müdes Lächeln sorgt das komplett computergenerierte Zwischenspiel „Stick And Move“, aus dessen gerade mal 55 Sekunden viel später das völlig anders klingende „Runaway“ („Hybrid Theory“) gezimmert wurde. Das folgende „Across The Line“ ist ein an sich fertiger und akzeptabler Song, der bis dato nicht veröffentlicht wurde, aber merklich aus der „Minutes To Midnight“-Ära stammt. Zum Abschluss gibt es ein instrumentales „Breaking The Habit“ („Meteora“) mit mehr DJ-Spielereien als in der finalen Version, sowie die hübsche Schunkelnummer „Drum Song“, aus der nach einer Ausarbeitung der Lyrics „The Little Things Give You Away“ („Minutes To Midnight“) wurde.

Linkin Park geben uns mit „LPU CD 9: Demos“ einen mal mehr, mal weniger interessanten Einblick in den Entstehungsprozess ihrer Songs. Nur für zahlende Fanclubmitglieder? Vielleicht offiziell, doch in Zeiten des Internets ohnehin nicht wirklich. Sowieso lautet die Devise wie schon seit mehreren Jahren: Lieber mal auf das nächste „richtige“ Linkin Park Album warten.

Anspieltipps:

  • Fear (“Leave Out All The Rest” Demo 2006)
  • Figure.09 (Demo 2002)
  • Across The Line (Unreleased Demo 2007)

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