Ke$ha - Animal - Cover
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Ke$ha Animal


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ke$ha gibt sich in ihren Songs als überdrehtes Partygirl, für das nichts anderes zählt als quietschbunter Dance-Pop mit affektierten Texten und bollernden Beats.

Kaum dass sich der unvergleichliche Marsch durch die weltweiten Charts der bis vor 18 Monaten noch total unbekannten Lady Gaga etwas beruhigt hat, werden auch schon die ersten Klone aus den Giftküchen der Plattenfirmen losgelassen, um an dem erschaffenen Lady-Gaga-Trend aus provozierender Optik, medialer Dauerpräsenz und musikalisch leichtverdaulicher Kost zu partizipieren. Die Amerikanerin Ke$ha Rose Sebert (23) gehört dabei zu den aussichtsreichsten Mädels, die mit ein bisschen Electro und ganz viel Pop in die Fußstapfen von Madame Gaga treten kann.

Ke$ha arbeitet, ähnlich wie Lady Gaga vor ihrer Solokarriere, bereits seit einiger Zeit im Musikbusiness. Sie sang bei Britney Spears und Flo Rida im Background, war Co-Autorin von Songs der Veronikas und Miley Cyrus, trat im „I kissed a girl“-Video von Katy Perry auf und konnte auf diesem Weg wichtige Erfahrungen für eine potenzielle Popstar-Laufbahn sammeln. Diese schlägt sie nun mit ihrem Debütalbum „Animal“ ein, das von Dr. Luke (Avril Lavigne, Kelly Clarkson, Katy Perry) und Max Martin (Bon Jovi, Backstreet Boys, Britney Spears) mit voller Kraft in Richtung Hitmaschine geschrieben und produziert wurde und konzeptionell als glatte Kopie von Lady Gagas „The Fame“ durchgeht.

Ke$ha gibt sich in ihren Songs als überdrehtes Partygirl, für das nichts anderes zählt als quietschbunter Dance-Pop mit affektierten Texten und bollernden Beats. Die geringsten Anflüge von Tiefgang und Substanz werden bereits im Ansatz pulverisiert und von einer Scooter-artigen Sound-Walze niedergestreckt. Wir wollen natürlich nicht so tun, als ob Lady Gaga für Begriffe wie Substanz stehen würde – ganz klares Nein! Aber brauchen wir dann wirklich eine zweite Ausgabe? Auch hier kann das Urteil nach dem Hörgenuss von „Animal“ nur lauten: Nein!

Ohne Frage finden sich unter den 15 Tracks ein paar sichere Kandidaten für die Charts und häufige Radioeinsätze („Tik tok“, „Kiss n tell“, „Blah blah blah“). Diese klingen aufgrund ihrer Herkunft aus dem Hause Dr. Luke/Max Martin allerdings komplett austauschbar und könnten genauso gut von Kelly Clarkson („Dancing with tears in my eyes“), Britney Spears („Take it off“) oder Katy Perry („Your love is my drug“) gesungen werden. Zudem geht „Animal“ bereits nach der Hälfte der Spielzeit die Luft aus, wenn Songs wie „D.I.N.O.$.A.U.R.“, „Boots & Boys“ oder „VIP“ schlimmstenfalls noch nicht einmal Zweitligaansprüche erfüllen können.

Am Ende steht von „Animal“ kaum mehr als eine sinnlose Dauerdröhnung, gepaart mit massenhaft Effekten und Stimmverfremdungen zu Buche, die gewiss ihre Käuferschicht finden wird, diese aber kaum nachhaltig bedienen kann. Inspiriert vom Text des „VIP“-Songs kann das Fazit deshalb nur lauten: „This Shit is not crazy, this Shit is Shit!”

Anspieltipps:

  • Animal
  • Stephen
  • Kiss n tell
  • Blah blah blah

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