Band Of Skulls - Baby Darling Doll Face Honey - Cover
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Band Of Skulls Baby Darling Doll Face Honey


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Band Of Skulls stellen sich mit „Baby Darling Doll Face Honey“ in ein hoffnungsvolles Licht.

Mit Russell Marsden (Gitarre, Gesang), Emma Richardson (Bass, Gesang) und Matt Hayward (Schlagzeug) lernten sich drei britischen Musiker auf dem College kennen, die nicht allzu lange brauchten, um den Gedanken an eine Band in die Praxis umzusetzen. Dabei schien es selbstverständlich, alle drei ins Songwriting einzubinden und den weiblichen sowie männlichen Part im Gesang zu haben. Quasi wie für einander gemacht, zogen Band Of Skulls (vorher: Fleeing New York) los, spielten u. a. Konzerte in London, Moskau und Tokyo, ehe sie im November 2008 die Courtyard Studios in Oxfordshire bezogen und das Debütalbum „Baby Darling Doll Face Honey“ erste Formen annahm. Mittlerweile strahlt das Album in voller Blüte und wird vom mehr als günstigen Umstand eingerahmt, die Debütsingle „I Know What I Am“ über iTunes 400.000 mal verkauft zu haben.

Alle Anzeichen stehen also auf Sturm, während die ersten Songs des Erstlings erklingen. Blues-rockig im Geiste der White Stripes wird da nicht lange gefackelt, sondern hitverdächtig jede Menge Hooklines verteilt, immer erdig im dichten Soundgewand eingehüllt. Russell Marsden übernimmt beim rhythmisch spielerisch vertrackten „Light Of The Morning“ die Vocals und so ist nach Trommelwirbel und lauerndem Gitarren-Einsatz schon wieder Schluss, um nahtlos bei „Death by Diamonds And Pearls“ weiterzumachen, das der erste richtige Hit auf dem Album ist. Während der Refrain zum Ohrwurm ausholt, sind die Strophen und Instrumental-Sequenzen getragen von Spielwitz, wie ein wahnwitziges Gitarren-Solo beweist und überhaupt die Rhythmus-Abteilung großes leistet. Bei „I Know What I Am“ kommt dann Emma Richardson zum ersten Mal als Duett-Partnerin zum Zuge und so ergibt sich im Zusammenspiel mit dem stampfenden, gradlinigen Schlagzeug und gehörig zwingendem Melodieverständnis eine Perle, die sehr viel Pop atmet, dabei aber auf dem erdig markanten Boden verharrt.

Leicht vor den Kopf gestoßen fühlt man sich, wenn plötzlich Ruhe einkehrt und dem anfänglichen Drive der Platte ein Bein gestellt wird. Nah am Folk-Pop kommen vermehrt filigrane Akustikgitarren zum Zuge und selige Melancholie übernimmt das Regiment, wobei nur das zweistimmige „Honest“ wirklich in Erinnerung bleibt. Würden Band Of Skulls nicht mehr die Kurve kriegen, wäre es schließlich ein maues Erlebnis, aber schon „Patterns“ holt zum charismatischen Rock-Gegenschlag aus und überzeugt mit hallig-psychedelischem Flair, während die Halb-Ballade „Dull Gold Heart“ spannend das Laut/Leise-Muster aufnimmt. Obwohl es nicht mehr so großartig wie zum stürmischen Beginn wird, stellen sich Band Of Skulls mit „Baby Darling Doll Face Honey“ in ein hoffnungsvolles Licht als Newcomer und haben noch einige Songs in der Hinterhand, die „I Know What I Am“ locker das Wasser reichen können.

Anspieltipps:

  • Death By Diamonds And Pearls
  • I Know What I Am
  • Patterns
  • Dull Gold Heart

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