Tindersticks - Falling Down A Mountain - Cover
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Tindersticks Falling Down A Mountain


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor knapp zwei Jahren erschienen die Tindersticks um Mastermind Stuart A. Staples, der auch solo musiziert, wieder an der Oberfläche und markierten mit „The Hungry Saw“ ein denkwürdig melancholisch faszinierendes Comeback, nachdem in den fünf Jahren davor in Sachen Tindersticks wenig gelaufen war. Viel mehr waren es die Solo-Alben von Staples, die die 1992 gegründete Band im Hinterkopf der Hörer hielten. Seit dem letzten Longplayer und dem neuen Werk „Falling Down A Mountain“ liegt zum Glück nicht allzu viel Zeit, die mit Touren und der Arbeit an den Soundtracks zu „35 Shots Of Rum“ sowie „White Material“ allumfassend ausgefüllt und sogleich von kreativen Ergüssen in Form von Jam-Sessions in den Vorräumen der Konzerthallen bereichert wurde. Wo sie früher zwischen den Konzerten einer Tour herumlagen und Zeit verschwendeten, nutzten sie nun diese auf musikalische Weise und fanden eine neue Spielfreude, die unter anderem im neuen, bandeigenen Le Chien Chanceux Studio zwischen Mai und Juli 2009 ihren Weg auf das Tonband fand.

Als besonderer Track fungiert der Titelsong gleich als Opener und zeigt warum: Er hätte mit seiner Freejazz-Improvisation auf der Trompete von Terry Edwards in scheinbarem Kontrast zum restlichen Arrangement wohl den Fluss der Platte zerrissen. Gleichzeitig ist „Falling Down A Mountain“ ein Wachmacher von Song, der in ein bis zwei Takes eingespielt wurde, ohne dass Edwards überhaupt den Song kannte. Lediglich ein paar Hinweise wurden ihm zugespielt, ansonsten ist es tatsächlich vollkommen losgelöste Improvisation, die einem spätestens nach dem dritten Hördurchlauf nachhaltig fesselt. So gestaltet es sich auch mit dem gesamten Album, das von seiner melancholischen Intensität, vor allem bedingt durch Staples´ Gesang (ergänzt um die Vocals seiner Mitstreiter) und das voller Schönheit erstrahlende Piano-Spiel, und gleichermaßen der spielerisch befreiten Mischung aus heimeligen Zutaten wie jede Menge Folk, einer Prise Blues und einem versponnen groovendem Etwas lebt.

So erstrahlt die kanadische Sängerin/Schauspielerin Mary Margaret O´Hara beim ergreifend naiven „Peanuts“, erklingt Bar-Jazz wie „Harmony Around My Table“ samt gelassenem Männer-Chor, werden im erquickenden „She Rode Me Down“ rasselnde Percussions um Handclaps und eindrucksvolle Cello/Flöten-Parts angereichert, so dass gerade mal auf der Hälfte angelangt, einem schon genügend schaurig-schöne Schauer der Qualitätsmarke Tindersticks den Winter erträglich machen. Auch die zweite Hälfte steht dem in nichts nach, allen voran das piano-getränkt umschließende „Factory Girls“, um schließlich von einem großartigen Longplayer sprechen zu können.

Anspieltipps:

  • Falling Down A Mountain
  • Peanuts
  • She Rode Me Down
  • Factory Girls

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