Dioramic - Technicolor - Cover
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Dioramic Technicolor


  • Label: Lifeforce Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Shouts, Growls und sauberer Gesang treiben ein Intermezzo miteinander, ein wahrlich harter Einstieg in die 50-minütige Welt von „Technicolor“. Nach den ersten drei Minuten ist die Marschrichtung bekannt, ein Sammelsurium einiger Metalrichtungen vorgegeben. Eine präzise Kategorisierung dieser Musik gestaltet sich aber schwierig und ist auch nicht zweckmäßig, denn ob es sich um Post-Hardcore oder Art-Core handelt oder auch nicht, ist nebensächlich. Jedenfalls wenn der Hörer offen ist für Genreüberschreitende Musik.

Eine ganze Menge Krach kriegen die lediglich drei Musiker von Dioramic jedenfalls zustande, einen wirklich kreativen Krach, der sehr verspielt und komplex ist ohne die nötigen Harmonien und Songstrukturen zu vernachlässigen. Es fehlen weder die ruhigen, noch die schnellen Momente. Gerne wird mal das Tempo raus genommen, nur um gleich wieder zuzuschlagen. Zur Anwendung kommen auch elektronische Klänge, wie in dem sehr facettenreichen „Eluding The Focus“. Anders als der Rest schwebt das lange „Debris“ mehr in rockigen Sphären. Am Anfang wirkt das alles fast schon zu abwechslungsreich, doch nach einigen Durchläufen erkennt man einige typische Elemente, die quasi wie ein roter Faden das Album durchziehen.

Dioramic schöpfen viel Inspiration aus dem Filmbereich, so der Albumtitel „Technicolor“, der auf das erste vernünftige Farbfilmverfahren hindeutet, das bei der Kinematographie Anwendung fand. Ebenso die Songs und ihre Texte weisen in die Richtung des Films. Das kurze „The Lone Gunman“ zum Beispiel verkörpert die Musik zu einem modernen Dirty Harry Film. Titeln wie „Black Screen Goodbye“, „The Antagonist“ oder dem mehrdeutigen „Eluding The Focus“ ist schon vom Namen her ein Bezug zur Filmindustrie nicht abzusprechen.

Langsam ist es Zeit die Katze aus dem Sack zu lassen. Dioramic ist ein neues Sternchen am Post-Irgendwas-Firmament, aber eins das nicht über den Vereinigten Staaten sondern über dem deutschen Himmel leuchtet. Genauer gesagt ist es über dem Horizont von Kaiserslautern aufgestiegen. Jochen Müller am Bass growlt was das Zeug hält, Arkadi Zaslavski peitscht einem an der Gitarre die Riffs um die Ohren, shoutet und singt, aber am beeindruckendsten ist der begnadete Schlagzeuger Anton Zaslavski. Sehr erfreulich, dass es auch in Deutschland klasse Bands dieses Kalibers gibt, die versuchen ihren eigenen Stil zu finden ohne sich um Konventionen zu kümmern und auch die Chance nutzen sich vielseitig und interessant zu präsentieren.

Anspieltipps:

  • The Antagonist
  • Eluding The Focus
  • Roses & Echoes
  • Debris

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