Tettorybad - Unite - Cover
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Tettorybad Unite


  • Label: Sunshine Enterprises
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Tettorybad: London meets Tokyo! Hip-Hop geht mit Soul Hand in Hand. Elektro darf nicht fehlen und eine Prise Jazz vielleicht? Nicht wenige haben jetzt den Namen Cibbo Matto im Kopf, doch mit dem Kult-Trash der Neunziger wollen und haben die drei Musiker von Tettorybad auch gar nichts gemeinsam. Ob das jetzt gut ist für die Ost-West-Kombo, findet der Hörer zeitnah heraus.

Die ersten Klänge der zweifelhaften Kollaboration (bekanntlich haben es die Japaner schwer im westlichen Musikgeschäft) machen Mut. Die Sekunden verstreichen und nach spätestens zwei Minuten gähnt man das erste Mal oder hört zumindest unbewusst weg, weil selbst das Ticken der großen Uhr im Wohnzimmer abwechslungsreicher scheint. Wie ein Komapatient schafft es das Lied nicht, auch nur den geringsten Höhepunkt zu schaffen. Alles was steht, ist die Grundidee und auch wenn diese in Ordnung ist, tut der dreiminütige Stillstand natürlich alles Andere als gut.

Wer an das Gute glaubt und hofft, dass dies nur als Opener gedacht war, wird schnell enttäuscht. Gleich „Don’t Push Me“ bewegt sich auf einem altbackenen Niveau, welches von den Jungs um die Ecke getoppt werden kann. Die Stimmen sind wirklich nichts Besonderes und geben den Eindruck, dass hier Eigenproduktion der primitiveren Sorte an der Tagesordnung war. Diesen fast schon stümperhaften Retro-Eindruck können folgende Stücke zum Glück widerlegen, aber richtig innovative Ideen sucht man vergebens. Viel mehr hat man das Gefühl, dass man auf die Schnelle auf jeden einzelnen Gast ein Soundkonstrukt zurechtschneidern musste und so hilf- und einfallslos kommen die meisten Songs auch daher.

Nur wenige Tracks schaffen es, ihren Charme spielen zu lassen, wie das abgedrehte „Galaxy“, welches jedoch beinahe noch von den überhand nehmenden Elektro-Sounds in den Abgrund gerissen wird. Auch „Eternal Freedom“ hangelt zwischen Indie-Interessant und nölend-nervig. Festzuhalten bleibt am Ende nur eine Klangcollage, die nicht so wirklich weiß, was sie ausdrücken will, geschweige denn, wen sie erreichen will. Ein harmloser Spaß, an welchem man allerdings nicht lange seine Freude haben wird. So lautet das nicht gerade ermutigende Fazit für das kleine Projekt, das kaum großartig expandieren wird.

Anspieltipps:

  • Short Love Tale
  • Galaxy
  • Unite

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