Karnivool - Sound Awake - Cover
Große Ansicht

Karnivool Sound Awake


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 72 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Karnivool entfalten auf ihrem dritten Album eine perfekt austarierte Mischung aus griffigen Melodien, vertrackten Frickelparts, lärmendem Rock und fast schon poppigen Rhythmen.

Schon seit 1997 treibt sich die Band Karnivool aus Perth in Australien in der Prog-Rock-Szene herum und veröffentlichte bis dato mit „Karnivool“ (1999), „Persona” (2001), „Themata” (2005), „Set Fire To The Hive“ und „Sound Awake” (2009) fünf Studio-Outputs. Das mag vielleicht nicht die allergrößte Ausbeute sein, ist aber dem pedantischen Songwriting der fünf Australier geschuldet und deshalb in Bezug auf die Qualität ihrer Alben durchaus förderlich.

Ihr zuletzt veröffentlichtes Werk „Sound Awake“ erscheint nun auch in Deutschland und soll Ian Kenny (Gesang), Andrew Goddard (Gitarre), Jon Stockman (Bass), Mark Hosking (Gitarre) und Steve Judd (Drums) den Weg in die heiligen Hallen des Prog-Rock ebnen, in denen artverwandte Bands wie Tool, Oceansize, The Mars Volta und die frühen Dredg schon angekommen sind. Und in der Tat: Mit „Sound Awake“ darf das Quintett hohe Ansprüche anmelden!

Karnivool entfalten auf ihrem dritten Album eine perfekt austarierte Mischung aus griffigen Melodien, vertrackten Frickelparts, lärmendem Rock und fast schon poppigen Rhythmen. Über alldem thront ein majestätischer Basssound, der dem Werk einen düsteren Anstrich gibt. Die Gitarrenparts fallen dagegen weitaus weniger markig aus, als man es bei einem Rockalbum vermuten würde. Es gibt zwar ein paar recht schroffe Ausreißer aus dem progressiven Wohlklang wie „Set fire to the hive“, dennoch werden die progressiven Strukturen nicht als Spielwiese für egoistische Musiker ausgelebt, sondern als sachdienliche Gemeinschaftsarbeit aufgefasst.

Trotzdem ergeben sich auch in diesem virtuosen Zusammenspiel zwangsläufig Räume für ausgedehnte Soloparts, wenn Songs wie „New day“ auf eine Länge von über acht Minuten ausgedehnt werden oder der Schlussteil mit den Songs „Deadman“ und „Change“ auf weit über 20 Minuten Spielzeit gestreckt wird, ohne dass dem Hörer auch nur ansatzweise langweilig wird. Auf „Sound Awake“ gibt es nämlich jede Menge zu entdecken, wozu es mehr als ein paar wenige Durchläufe benötigt. Und wer solange an seinen Alben schreibt wie Karnivool, hat diese Form der Auseinandersetzung mit der Kunst auch verdient.

Anspieltipps:

  • New day
  • Deadman
  • Simple boy
  • Set fire to the hive

Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
7/10

Topographic Drama: Live Across America
  • 2017    
8/10

Reap The Storm
  • 2017    
Diskutiere über „Karnivool“
comments powered by Disqus