Midlake - The Courage Of Others - Cover
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Midlake The Courage Of Others


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Courage Of Others“ mangelt es an Höhepunkten und großer Abwechslung.

Irgendwo in der Wildnis haben Midlake einen Platz gefunden. Hier können sie in der Sonne liegen, im Schatten der Bäume den Vögeln zuzwitschern oder sich ganz ihrer Melancholie ergeben. Man schaue sich nur mal das Video zu „Roscoe“ an, dem wohl bekanntesten Song aus dem letzten Album „The trials of Van Occupanther“ (2006), in dem die Bandmitglieder ihrer Naturverbundenheit freien Ausdruck verleihen, durch Wiesen streifen, bei Lagerfeuer nächtigen und eine Hütte irgendwo im Nirgendwo bauen.

Mit „The Courage Of Others“ erscheint das dritte Album der Texaner, welches wieder beruhigend und elegisch zum Hörer durchdringt. Auch auf ihrem neuesten Werk wirkt die Musik, als wäre sie aus einer anderen Zeit, bei Songs wie „Winter Dies“ kommen einem mittelalterliche Szenerien in den Sinn, was mit Sicherheit auch auf den hier vermehrten Einsatz der Flöte zurückzuführen ist: „I tend not to write from what's going on now, but more a classical world, like a nineteenth century pastoral scene or old Renaissance paintings, which is much richer than anything on MTV“, erklärt Sänger Tim Smith seinen schreiberischen Ansatz.

Nach dem einen oder anderen künstlerischen Engpass fanden Midlake mit dem Song „Acts Of Men“, welcher das Album eröffnet, zu einer neuen Variation ihres besinnlichen, aber auch bedrückten Sounds. Die Band verzichtet dabei auf allzu simple und eingängige Melodieführung und lässt nahezu alle Songs auf ihr Akustikgewand mit bedachter Rhythmik reduziert. Dabei zieht sich die Flöte wie ein roter Faden durch das gesamte Album und wirkt keineswegs peinlich oder fehl am Platz, sondern fügt sich perfekt in den Sound der Band. Die Lieder bleiben stilistisch sehr nahe beieinander, wobei „Fortune“ es auch mal bei den Akustikgitarren belässt, oder „Rulers, Ruling All Things“ sich noch Bläser-Unterstützung dazu holt.

Das Album fliesst wie aus einem Guss, als wäre es ein Bach, der sich langsam den Berg hinunterschlängelt. Man kann nun also sagen, dass Midlake ein sehr homogenes Album eingespielt haben. Man könnte aber sicher genauso gut die Behauptung aufstellen, dass es „The Courage Of Others“ an Höhepunkten und großer Abwechslung mangelt.

Anspieltipps:

  • Acts Of Man
  • Winter Dies
  • Rulers, Ruling All Things

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