Local Natives - Gorilla Manor - Cover
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Local Natives Gorilla Manor


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Raum Los Angeles als Band ein gemeinsames Haus zu haben ist etwas Schönes. Man verbindet seine musikalischen Ideen Übergangslos und kann sich voll und ganz auf das Schreiben und Arbeiten an einem Debutalbum konzentrieren. Zudem ist so ein gemeinsamer Wohnsitz auch als Albumtitel brauchbar. Wie im Affengehege scheint es bei den Herren Taylor Rice (Gitarre/Gesang), Kelcey Ayer (Gesang/Keyboard), Ryan Hahn (Gitarre/Gesang), Andy Hamm (Bass) und Matt Frazier (Schlagzeug) zuzugehen. Jedenfalls nennen sie ihr zu Hause, sowie eben auch ihr Debutalbum, liebevoll „Gorilla Manor“. Hören konnte man die Local Natives bereits in Großbritannien, dem derzeitigen Wohnzimmer des Indie-Rocks. Dort erschien ihr Erstlingswerk bereits im vergangenen Jahr und ist Kennern des Genres längst ein Begriff.

Untypisch erscheint der Sound der Local Natives für eine Band aus den Staaten, erst recht aus dem Raum Los Angeles. So richtig wahrhaben will man ihre Herkunft nicht und so scheint es auch nicht verwunderlich, dass man zuerst auf dem britischen Markt Fuß fassen wollte. Vom Sound her passt sich „Gorilla Manor“ jedenfalls nahtlos an das britische Indie-Hochgefühl an. Markant ist zunächst aber in erster Linie die oft verträumt wirkenden Melodien, aus denen die Local Natives teils etwas ruhigere und bedachte Songstrukturen stricken („Wide Eyes“, „Airplanes“, „Shape Shifter“).

Nur ruhig? Nein, wieso auch. Tanzbeine dürfen zwar nur gemäßigt geschwungen werden, in Bewegungslosigkeit erstarren braucht während den 52 Minuten amerikanischem Indie-Rock aus der Stadt der Engel aber dennoch niemand. „Sun Hands“ und „World News“ überzeugen mit Leichtfüßigkeit und eingängigen Melodien. Drummer Matt Frazier zeigt gerade in der ersten Halbzeit all sein können, während Rice, Ayer und Hahn Mehrstimmigkeit demonstrieren. Dann aber scheint die Luft ein wenig auszugehen. Tatsächlich bietet „Gorilla Manor“ bis „Cards & Queens“ einen starken Auftritt.

Ob Rice und Co. auf Dauer doch zu sehr aufeinander hocken, ob es an der einseitig britischen Auslegung liegt oder einfach am Geruch im Affengehege - im Anschluss kann bis auf „Who Knows Who Cares“ kein folgender Song mehr den Tracks eins bis (mit Abstrichen) sieben ernsthaft das Wasser reichen. Verantwortlich für den Hungerast auf halber Strecke sind die unterschiedsarmen Gesangsleistungen des Quintetts, die mangelende Abwechslung und die fehlenden Highlights in Songstruktur und Melodie. Nichtsdestotrotz ist „Gorilla Manor“ ein gelungenes Debutalbum, auf dem sich für die Zukunft kräftig aufbauen lässt. Ein Fazit dass die ganze Affenbande brüllen lässt.

Anspieltipps:

  • Wide Eyes
  • Sun Hands
  • Who Knows Who Cares

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