Chelsy - Sweet Medicine - Cover
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Chelsy Sweet Medicine


  • Label: S&V Records/ALIVE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Trio Chelsy aus Mülheim an der Ruhr macht schlicht und ergreifend Musik, nicht mehr und nicht weniger. So bodenständig wie ihre Heimat und so wenig schillernd wie möglich. Dafür stehen die Songs im Vordergrund, derzeit auf ihrem Zweitwerk „Sweet Medicine“ nachzuhören. Produziert wurde es in verschiedenen Studios, von Köln bis nach Stockholm, und von Kai Blankenberg (Tocotronic, Polarkreis 18) gemastert. An den Instrumenten unterstützt wird das Trio um Songwriter, Sänger und Gitarrist Martin Arlo Kroll von vier Musikanten an Piano, Violine, Gitarre und Orgel, was dem Sound auf „Sweet Medicine“ eine angenehme Fülle gibt und trotzdem natürlich reduziert bleibt.

Bodenständig eben und von prominenten Fürsprechern wie Mille (Kreator), Nikolai Potthoff (Tomte) und nicht zu vergessen Walter Schreifels (Rival Schools) im Presseinfo gelobt, geht es das Album mit den noch unentschlossenen „Who Needs Words“ und „So My World“ in Form von folkigem Indie-Pop zweischneidig an: Einerseits unterhaltsam verspielte und trotzdem höchst eingängige Instrumental-Passagen, andererseits zu wenig griffig im weiten Feld des sonnigen Indie-Pops mit Schwiegermutter-Faktor. Daran ändert auch die sympathische Stimme von Mastermind Kroll vorerst wenig. Trotzdem deutet sich an, was in den kommenden Minuten noch prägend sein wird. Eine markant folkige Seite nämlich, die besonders beim druckvolleren „Paris, Montreal Or Rome” samt Handclaps und herausragendem Zusammenspiel von Percussions sowie filigraner Gitarre zum ersten Mal aufhorchen lässt.

So auch die Slide-Gitarre von “Monique”, bei dem allerdings der Refrain (“Monique is not the french name that makes you unique”) auch nach der x-ten Wiederholung zu sehr den Kalauer markieren will, der sich schließlich eher zum Fremdschämen eignet. Im reduzierten, akustischen „For My Friends“ blinzelt einem eine gute Idee entgegen, nämlich die des einsamen Songwriters. Gut umgesetzt, jedoch viel zu kurz und somit nur die halbe Miete, um auf „Sweet Medicine“ noch wirklich etwas zu reißen. Dafür reicht es trotz gutem Songwriting und freudigem Musizieren nicht, bleiben Chelsy auf gesamter Länge viel zu beliebig und einfach nur „nett“ oder wie bei „Discotheques” seltsam deutlich die Shout Out Louds auf Valium.

Anspieltipps:

  • Paris, Montreal Or Rome
  • For My Friends
  • Year To Year
  • Difference

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