Jaga Jazzist - One-Armed Bandit - Cover
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Jaga Jazzist One-Armed Bandit


  • Label: Ninja Tune/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Jaga Jazzist aus Norwegen starteten unter diesem Namen bereits im Jahr 1994, als der Mastermind des Kollektivs, Lars Horntveth, erst 14 Lenze zählte, aber zu dieser Zeit schon Großes vorhatte. Auch wenn es bis zum hochgelobten Debütalbum „A Livingroom Hush“ noch sieben Jahre dauern sollte: Ganz Norwegen feierte dieses musikalisch kaum festgelegte Gespann, was in den Bereich Prog, Jazz und Electronica noch am ehesten zu verorten ist, gefolgt von weltweit erfolgreichen Tourneen und dem Kontrakt mit Ninja Tune, wo der Nachfolger „The Stix“ erschien.

Mittlerweile beim sechsten Album „One-Armed Bandit“ angelangt, macht es uns die zur Zeit aus neun Leuten bestehende Formation immer noch nicht leicht, was bei der Qual der Wahl von austauschbaren Cover-Motiven anfängt, über die ellenlange Auflistung von eingesetzten Instrumenten und Danksagungen weitergeht und schließlich im Intro „The Thing Introduces...“ als schrägen Bläser-Einstand seinen musikalischen Lauf intoniert. Theoretisch zu analysieren, was dem Hörer auf „One-Armed Bandit“ widerfährt, ist eine Aufgabe, die einem nicht gelingen kann. Viel mehr ist das Treibenlassen unumgänglich, denn was vorerst noch zerrissen erscheint und schnell die Nerven überstrapaziert, ist mit dem Wissen über dieses experimentelle Gespann und der unverkrampften Spielwiese, die Jaga Jazzist anbieten, eine wundervoll versponnene Reise durch augenzwinkernden Prog-Rock, in dem eben auch Schrägheit seinen verdienten Platz einnimmt, und niemals enden wollenden Melodien.

Diese schlängeln sich am omnipräsenten Gerüst aus vertrackten Drums, elektronischen Beats und pulsierendem Bass in Form von flanierenden Bläsern, Glockenspiel und Keyboards vorbei, dass der Hörer wohl oder übel den Faden verlieren muss. Wenn man diesen aber erst gar nicht sucht und stattdessen seinem Gefühl vertraut, übereinander geschichtete fernöstlich wie südamerikanisch anmutende Klangwelten der musikalisch herausragenden, schier wahnsinnig instrumentierten, liebevoll freakigen Vollblut-Sinfonie und gleichermaßen abgehobenen wie bodenständig impulsiven Art zu erobern, wird dieser Longplayer ein treuer Begleiter werden.

Anspieltipps:

  • Banafleur Overalt
  • Toccata
  • Book Of Glass
  • Touch Of Evil

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