Peter Maffay - Tattoos - Cover
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Peter Maffay Tattoos


  • Label: Ariola/Sony Music
  • Laufzeit: 66 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine würdevolle Aufbereitung einer großen Karriere.

Songs sind für Künstler wie Tattoos: Man wird sie ein Leben lang nicht mehr los, weshalb z.B. Peter Maffay auch nach 40 Jahren im Musikgeschäft noch immer Schnulzen wie „Du“, „Josie“, „So bist du“ und „Und es war Sommer“ singen muss/darf. Auch im Zuge seines 40-jährigen Bühnenjubiläums, das Peter Maffay im Jahr 2010 mit einer ausgedehnten Tournee feiert, ist dies nicht anders.

Der 60-Jährige hat 13 „Tattoos“, sprich die wichtigsten und erfolgreichsten Klassiker aus 40 Jahren, in neue, moderne Klang-Gewänder gesteckt. Darüber hinaus werden Maffay und Band von einem philharmonischen Orchester begleitet, was bei großen Jubiläen – oder wenn einem partout nichts mehr einfällt – inzwischen Standard zu sein scheint, auch wenn die Ergebnisse äußerst unterschiedlich ausfallen, wie man an den klassisch verstärkten Konzerten von Kettcar, Metallica, Die Fantastischen Vier oder den Scorpions sehen bzw. hören konnte. Peter Maffays Vorteil: Er hat sich für „Tattoos“ im Studio begleiten lassen, so dass mit einem geschickten Soundmix eine homogene Wirkung erzielt werden kann.

Und in der Tat sind die Neubearbeitungen als geglückt zu bezeichnen. Orchester und Band spielen nicht aneinander vorbei, sondern harmonieren sehr gut miteinander. Die neuen Arrangements verbinden schön die harte („Freiheit, die ich meine“ als reibende Rocknummer) und die weiche Seite (die symphonisch dezent aufgepeppte akustische Edelschnulzenballade „Und es war Sommer“) Peter Maffays und bieten sogar die eine oder andere kleine Überraschung wie „Schatten in die Haut tätowiert“, das jetzt als Country- und Western-Version daherkommt. Der Überhit „Über sieben Brücken musst du geh’n“ gewinnt auf „Tattoos“ durch den Einsatz eines Kinderchores an Esprit dazu, „Sonne in der Nacht“ gerät zu einem rockigen Song von, bei dem die Streicher für unheimlich Dampf unterm Kessel sorgen, wogegen „Eiszeit“ den Rock-Stecker gezogen bekommt und zu einer dramaturgisch hervorragend aufgebauten Bombasthymne wird.

Mit „Wir verschwinden“ gibt es auch noch einen brandneuen Titel auf die Ohren, der sich nahtlos in Hit-Phalanx einreiht und „Tattoos“ endgültig zu einer würdevollen Aufbereitung einer großen Karriere macht.

Anspieltipps:

  • Eiszeit
  • Nessaja
  • Glaub an mich
  • Wir verschwinden
  • Freiheit, die ich meine
  • Über sieben Brücken musst du geh’n

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