Le Peuple De L´Herbe - Tilt - Cover
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Le Peuple De L´Herbe Tilt


  • Label: Discograph Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Französischer Rock? Pas non! Das ist immer so eine Sache. Dachten sich Le Peuple De L’Herbe wohl auch und paarten ihren Rock mit wummernden Beats und einem Löffel voll Reggae. Heraus kommt ein ziemlich basslastiger Mix, der sich durch die Raucherstimmen der Sänger, viel Elektronik und nickende Köpfe auszeichnet. Und das Cover des Albums ist auch nicht ohne.

Tatsächlich funktioniert der Anfang mit „Heart & Soul“, sowie „Brick By Brick“ sehr gut, wenn man es als Musiktherapie betrachtet und keine Musik, die versucht, sich in die Charts hereinzuschmeicheln. Diese Art von Klangerzeugung geht schnurstracks geradeaus und lässt viele Möglichkeiten der Entfaltung auch mal links liegen, nur um nicht an Drive zu verlieren. Das stört jedoch nicht, wenn ein „Brick By Brick“ sich so gnadenlos ins Ohr und in die Füße frisst, dass es trotz seiner Eingängigkeit nicht loslässt. Zwar sind hier keine Meisterwerke, die auf den Käufer einprasseln, aber treibende Melodiebögen, die mehr durch ihre drei Akkorde (echter Rock, wie man ja so gerne feixt), als durch Entwicklung gefallen.

Völlig auf der Stelle stehen die Songs nun aber auch nicht, wie man im nicht minder voranpreschenden „L’Esprit D’Une Epoque“ (famoser Einsatz von Bläsern und Cello!) zu spüren bekommt, welches auch gerne ein paar Exkurse vornimmt, ohne ein einziges Mal die Grundmelodie zu verraten. Die Lieder mit Gesang machen es durch die gewöhnungsbedürftigen Stimmen schwerer ins Ohr zu gehen. „Look Up!“ ist so ein Fall, der ein wirklich gutes Lied darstellt, für manche durch die Stimmen jedoch untragbar wird. Dies zieht sich durch alle Tracks mit Gesang. Wer es unerträglich findet wird einfach die Skip-Taste betätigen und wird so auch der knappen Hälfte des Albums beraubt. Ärgerlich, denn gerade die Bläser machen immer in den Vokalstücken die besten Figuren.

Auch auf instrumentaler Seite ist nicht gleich alles Gold und so ist „Pretty Bad Drug“, dem Titel entsprechend, weitestgehend strukturlos und muss wohl wirklich unter Einfluss von Rauschmitteln genossen werden (dies war keine Aufforderung!). Ansonsten dürfen die gut fünfzig Minuten made in France von allen Fans der Blasmusik (die Bläser sind mit das eindrucksvollste neben den Beats) und Dance-Musik durchgehend genossen werden. Hier bebt der Boden mit einer gekonnten Präzision und einer ungewohnten Mischung. Leider wird sich genug kontroverses Material finden, das nur kurzweilig unterhält oder schlichtweg den Geschmack des Hörers verfehlt. Für eine stimmige Meinung ist das Album einfach zu unentschlossen, was es nun bringen will. Damit bleiben Dysfunctional By Choice auch weiterhin die einzigen Franzosen, die dem Rezensenten geläufig sind, die so richtig in die Saiten hauen können.

Anspieltipps:

  • Brick By Brick
  • Heart & Soul
  • L’Esprit D’Une Epoque

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