Beach House - Teen Dream - Cover
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Beach House Teen Dream


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mehr als sympathisch ist der Drittling leider nicht geworden. Dafür passiert zu wenig Eigentliches auf „Teen Dream“.

Devendra Banhart liebt die Musik von Beach House so sehr, dass er nicht müde wird ungefragt für sie zu werben und behauptet gar ihrer Emotionalität vergeblich hinterherzuwirken. Geheimtippstatus und Kritikersympathie waren dann auch Ergebnis ihrer ersten beiden Alben. Doch offenbart sich am Drittwerk des Baltimorer Duos, dass hier absichtlich kein steiler Karriereweg verfolgt wird und Beach House nicht das nächste große Ding auf den Cover der Musikmagazine zu werden versucht. So weit so sympathisch, nur werden die leisen Töne nun noch leiser, der Bedeutungsertrag damit aber dummerweise nicht größer.

Das Problem an dieser eingehauchten, fieberglaszarten Intonierung ist nicht ihre wundervolle Entrücktheit, nein. Auch nicht der gerade verstärkt auflebende Wunsch nach musikalischer Entschleunigung. Erst recht nicht die aus Pop, Soul, Gospel und kräftig Folk angerührte Nostalgie-Melange. Es ist Beach House’ musikalische Dramaturgie. Sie ist entweder bedingungslos verfolgbar oder blockierend bedeutungslos. Egal ob lustige Songs über Zebras, Norwegen oder Spaziergänge im Park: bis auf die letzten Tracks passiert auf allen Beach House-Songs auf ihrer jeweiligen zweiten Hälfte nichts mehr, sind sie eine kontinuierliche, plätschernde Wiederholung, ein entschleunigter Ausklang, wenn man so will, ihrer aufbauenden Refrain- (meist) und Strophenbestandteile (weniger) aus ihren jeweiligen ersten Teil. Wer also nicht feengleich, von den ersten Minuten eines Beach-House-Songs auf „Teen Dream“ eingesponnen und verzaubert wurde, dem wird leider schnell langweilig, was bei diesem empfindsamen Duo getrost als Schade erachtet werden darf.

Immerhin versprüht sich die Magie am Ende besser, sind die Versuche hier schlicht kompositorisch am gelungensten. Beach House’ Potential, indes, mächtig in der Seele zu bewegen ist angelegt. Mehr als sympathisch ist ihr Drittling aber leider nicht geworden. Dafür passiert zu wenig Eigentliches auf „Teen Dream“.

Anspieltipps:

  • 10 Mile Stereo
  • Real Love
  • Take Care

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