The Album Leaf - A Chorus Of Storytellers - Cover
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The Album Leaf A Chorus Of Storytellers


  • Label: City Slang/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das fünfte Album von The Album Leaf gestattet uns gleich zu Beginn das Abtauchen in sanften Klanglandschaften (das erste „Perro“ einmal weg gedacht). Dabei treffen wir auf unterschiedliche Proportionierungen von elektronischen Klängen, Gitarren, Schlagzeug und Gesang. Ambient, Post-Rock und Electronic(-Pop) sind nebeneinander berechtigte Oberbegriffe. LaValle bleibt seiner Linie treu, The Album Leaf erfindet sich nicht neu, aber das braucht es auch gar nicht. Die Musik ist zeitlos, traurig-schön und strahlt diese ungeheure innere Ruhe aus. Nicht der Kopf, sondern das Herz ist ihr Ziel. Ein Hilfsmittel sind dabei die sehr passend arrangierten Streicher, die im Großteil der Songs durchschimmern. Besonders die kurze Passage mit den zupfenden Streichinstrumenten zum Ende von „Summer Fog“ ist bezaubernd, nur leider ansonsten ein unspektakulärer Song.

Fangen wir von vorne an. The Album Leaf ist zum ersten Mal eine richtige Band. Diesen Umstand haben wir vor allem einer Schreibblockade von Jimmy LaValle zuzuschreiben. Üblicherweise ist er Kopf, Hand und Fuß dieser Band, schreibt alles und nimmt auch alle Instrumente selbst auf. Diesmal nicht. Nach zehn Jahren also lockert er den Klammergriff um das Ruder seines Boots und lässt andere mit paddeln. Wenn man schon dabei ist, tauscht man das Boot doch gleich gegen ein größeres, dann passen noch einige Orchestermusiker mit hinein. Am Ende dieser Neuerungen haben wir metaphorisch gesehen einen Haufen von Geschichtenerzählern, die einen gemeinsamen Nenner finden, eben „A Chorus Of Storytellers“.

Die hellsten Momente der Platte sind „Stand Still“ und „Until The Last“. Das erste mit elegant verwobenen Beats, Elektroniksounds und Glockenspiel (...mhhh!), das zweite ist das aufregendste und pompöseste der Stücke, welches neben Streichern auch mit einigen Bläsern geschmückt ist (ach...!). Hier herrscht unaufdringliche Vielfalt und der nötige Schönklang ohne das melancholische Universum zu verlassen. Der sporadische Gesang von LaValle muss noch erörtert werden. Jener ist manchmal deutlich in den Vordergrund geschoben worden, da einige Kompositionen rein instrumental nicht genug zu bieten hätten, wie das relativ monotone „Almost There“. Andererseits schafft er es mit „There Is A Wind“ und „Falling From The Sun“ Musik und Gesang gekonnt zu vereinbaren.

Im Grunde alles beim Alten, doch der Glanz der Vorgänger fehlt irgendwie. Weniger Elektronikspielereien, weniger Ausgefallenes. Hätten wir noch die Schlussfrage, wieso sich die Assoziation dieser melancholischen Musik mit Island aufdrängt, wo LaValle doch aus San Diego stammt? Vielleicht, aber nur vielleicht, hat ja Birgir Jon Birgisson etwas damit zu tun, der das Album abgemischt hat.

Anspieltipps:

  • There Is A Wind
  • Falling From The Sun
  • Stand Still
  • Until The Last

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