Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra - Kollaps Tradixionales - Cover
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Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra Kollaps Tradixionales


  • Label: Constellation/ALIVE
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra (abgekürzt SMZ) haben einen weitere Namensänderung hinter sich, kommen nun auch ohne den Zusatz „Tra-La-La Band“ aus und zeichnen sich weiter durch einen hohen Mitgliederverschleiss aus: Nachdem sich drei Mitwirkende des letzten Albums „13 Blues For Thirteen Moons“ verabschiedet hatten, bezog David Payant den Sitz hinter dem Schlagzeug und somit ist die Band nun ein Quintett. Auf ihrem sechstem Album „Kollaps Tradixionales“ mischen SMZ Blues, Psychedelic und Folk miteinander, würzen das ganze mit einem fast schon orchestralem Klang und ziehen dieses Gebräu in postrocktypische Langläufe, die wie der Eröffnungstrack „There Is A Light“, bis zu 15 Minuten lang sind.

Bei solch langen Stücken läuft die Band zeitweise in Gefahr, zu viel dem Zufall zu überlassen, denn gerade bei diesem langen Stück scheint sich die Band ein wenig zu übernehmen, dem sehr losen Aufbau hätte eine Straffung sicher gut getan. Wie auch beim Beginn von „I Fed My Metal Bird The Wings Of Other Metal Birds“, wenn fast drei Minuten lang außer willkürlich anmutendem Gitarrenhall und Schlagzeugimprovisation nichts passiert. Das kann faszinierend sein, oder eben auch mal ein wenig zu langatmig.

Doch dies sind glücklicherweise die seltenen Momente, aus denen sich die Band immer wieder gekonnt befreit und aufschwingt. Wenn eben jenes Lied ab der Mitte in einem Schwall aus kraftvollen Streichern und kratzigen Gitarren vollkommen ausbricht, ist man jedenfalls dankbar, doch so lange gewartet zu haben. Zum Finale bringt Efrim Menucks (früher Godspeed You! Black Emperor) schräger, aber hochemotionaler Gesang den Song zu einem geglücktem Abschluss. Insbesondere „I Built Myself A Metal Bird“ weiß durch gezieltes Songwriting und unheimlich groß auftrumpfende Streicher voll und ganz zu überzeugen.

So funktioniert vieles auf „Kollaps Tradixionales“, Ruhe wird dem ganz großen Rausch gegenüber gestellt, Verzweiflung, die insbesondere in Menucks Stimme Ausdruck findet, wechselt sich mit hoffnungsvollen, empor schwingenden, gebrochenen Streichern kontrastreich ab. Insbesondere der 14-minütige Abschluss „'Piphany Rambler“ zeigt noch einmal die Stärken des Albums, hier gibt sich die Band resignierend, mit bedacht entwickelten Crescendo-Dynamiken wird das Album zum Ende geführt. Und dennoch: Vielleicht lässt sich die Band hin und wieder einfach zu viel Zeit, um die großen Momente zu entwickeln, denn „Kollaps Tradixionales“ enthält unbestreitbar einige Momente des Leerlaufs. Ansonsten gelingt SMZ ein aussergewöhnliches und kraftvolles Album, an dessen rohen Klang sich gewiss nicht jeder gewöhnen können wird und das sich durch eine bemerkenswerte innere Geschlossenheit auszeichnet.

Anspieltipps:

  • I Built Myself A Metal Bird
  • 'Piphany Rambler

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