Lightspeed Champion - Life Is Sweet! Nice To Meet You - Cover
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Lightspeed Champion Life Is Sweet! Nice To Meet You


  • Label: Domino/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach seiner kurzen Zeit mit der wirren Punk-Formation Test Icicles und ihren vor Spielereien überbordenden Krach-Experimenten, besann sich Dev Hynes auf ruhigere Töne. Als Multiinstrumentalist mit der besonderen Leidenschaft für das bereits mit sieben Jahren erlernte Klavierspiel fiel es dem Engländer nicht schwer, sein eigenes Baby mit dem Namen Lightspeed Champion in die Welt hinauszutragen. In Zusammenarbeit mit Mike Mogis und weiteren Verbündeten aus dem Saddle Creek-Repertoire ging es 2007 in der USA an die Aufnahmen zum Debüt „Falling Off The Lavender Bridge“, einer folk-infizierten Platte, so wahnwitzig verspielt wie eindringlich. Ausgiebige Touren erhöhten unaufhaltsam den Bekanntheitsgrad von Lightspeed Champion und auch wenn Mr. Hynes im Winter 2008/2009 aufgrund von schwerwiegenden Stimmproblemen pausieren musste, war der Nachfolger „Life Is Sweet! Nice To Meet You“ bereits im März 2009 fertig geschrieben.

Auf diesem geht es entgegen des amerikanisch geprägten Sounds vom Debüt deutlich britischer zu, wird der theatralischen Musical-Komponente eine lockere, unverkrampfte Pop-Note entgegen gesetzt und weiterhin so natürlich dem weiten Feld des Singer/Songwriter mit Bodenhaftung gehuldigt. Charmant wie eh und je legt Dev Hynes sein Herz offen, begeistert mit tollem Songwriting und einem echten Hit wie „Marlene“. Dort heißt es bedeutungsschwanger „Stick a spoon into your heart and eat away all your deutsch marks, your money don´t mean a damn thing...“ und man darf sich fragen, wer wohl mit dieser Marlene gemeint ist. Doch viel mehr sollte man der Platte lauschen, all der zu Songs gewordenen innigen Liebe zur Musik, der zuckersüßen Instrumentierung aus Streichern, Klavier, Gitarre, Percussions und allerlei prägenden Beilagen.

Niemals zu dick aufgetragen bleibt die Theatralik dem eigentlichen Song untergeordnet und so wundert es auch nicht, dass „There´s Nothing Underwater” schlicht von der Ukulele eröffnet wird, sich erst langsam weitere Instrumente dazu gesellen und sich schließlich fast schon als südamerikanisches Intermezzo outet, nachdem „Marlene” im so britisch beschwingten Pop verweilte. Große Gesten samt euphorischer Streicher, schillerndem Gesang und losgelöster Tanzbarkeit bietet „Faculty Of Fears”, erobert Herzen im Sturm und wird vom magischen Klavierspiel aus „The Big Guns Of Highsmith” eingerahmt, dem nicht nur dank des erobernden Klaviers und der sakral feierlichen Stimmung eine klassische Note innewohnt. Was Dev Hynes aka Lightspeed Champion auf „Life Is Sweet! Nice To Meet You“ auch anpackt: Vielseitig, musikalisch herausragend bezaubert er stets, zeigt, was dem Indie-Pop zugeneigte Briten aus Country machen („Sweetheart“) und versteht es, das Klassik-Stück „Etude Op. 3 Goodnight Michalek” unverkopft in einem Album unterzubringen, das den Mitt-Zwanziger noch weiter nach vorn bringen wird.

Anspieltipps:

  • Marlene
  • Faculty Of Fears
  • The Big Guns Of Highsmith
  • Sweetheart

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