The Postmarks - Memoirs At The End Of The World - Cover
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The Postmarks Memoirs At The End Of The World


  • Label: Unfiltered Records/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bereits vor der Gründung von The Postmarks war Christopher Moll in musikalischen Gefilden unterwegs, denn er komponierte, arrangierte und produzierte in Florida. Auch Bandkollege Jonathan Wilkins beschäftigte sich mit der Zusammenführung von Tönen, gab sich als Schreiber von Film-Scores der filmischen Umsetzung von Musik hin,. Sie finden durch ihre Leidenschaft für Filmsoundtracks zusammen und stoßen auf die israelische Sängerin Tim Yehezkely, um fortan unter dem Namen The Postmarks cineastisch wirkende Großformat-Popsongs im Geiste mancher Momente der Schweden von The Cardigans zu verfassen. Das selbstbetitelte Debüt aus dem Jahr 2007 konnte schon einigen Staub aufwirbeln und wird nun von „Memoirs At The End Of The World“ gefolgt. Ein halbes Jahr nach seiner US-Veröffentlichung steht es für den Release in Europa bereit.

Die Richtung, welche der Opener „No One Said This Would Be Easy” vorgibt, ist eine mit dichten Streicher-Passagen, Akustikgitarren und der melancholisch-wohligen Stimme Yehezkelys bestückte Pop-Ausführung der soulig anheimelnden Sorte. Percussions, Bläser, ein zart das Tempo antreibende Schlagzeug und allgegenwärtige Exkursionen in die filmische Untermalung für einen Schmachtfetzen par excellence sind schon im ersten Drittel der Platte schwierig zu händeln, wirken sie doch fast durchgehend arg klebrig und nur wenig greifbar vor lauter Emotionen um die Liebe und Leidenschaft. Was für eine filmische Umsetzung noch unterstützend wirken kann, vielleicht sogar den Film bestimmen kann, weiß beim Konsum auf der Stereo-Anlage nur schwer auf ganzer Länge die Spannung hochzuhalten.

Ob „Thorn In Your Side“, das halbherzig elektronisch aufgelockerte „Don´t Know Till You Try” oder der prägende Opener: Es gibt tolle, erhabene Momente, es flanieren großherzige Bläser/Streicher-Passagen vor dem inneren Auge, ergänzt um die wahrhaft den Schöngeist zelebrierenden Vocals und gefeilte Instrumental-Lieblichkeiten, doch der Song an sich verebbt viel zu schnell in der Manier, alles an dick aufgetragenen Gefühlen in Form von erdrückendem Kino-Erlebnis auf der Platte verewigen zu wollen. Wenn sich der Film-Erfahrene Wilkins zurücknimmt und Yehezkely das Songwriting, wie in “Go Jetsetter”, allein für sich beansprucht, zündet es auf einmal, fließt zwar mit genauso viel Zuckerguss ins Ohr, ist aber deutlich präsenter, mitreißender, was man von “Memoirs At The End Of The World” viel zu selten sagen kann.

Anspieltipps:

  • No One Said This Would Be Easy
  • All You Ever Wanted
  • I´m In Deep
  • Go Jetsetter

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