Yeasayer - Odd Blood - Cover
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Yeasayer Odd Blood


  • Label: Mute/EMI
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Yeasayer um Sänger Chris Keating aus New York brachten bereits mit ihrem Debüt „All Hour Cymbals“ (2007) die Massen in Wallung und konnten vor der Veröffentlichung auf dem SXSW-Festival für eine Faszination sorgen, die auch noch lange ohne neues Material aus den Reihen von Yeasayer zu entdecken, vorhielt. Bis sie nun auf Mute das zweite Werk „Odd Blood“ veröffentlichen, verdingten sie sich bei der Produktion des Bat For Lashes-Albums „Two Suns“ oder gaben, wie im Falle von Chris Keating, dem Simian Mobile Disco-Hit „Audacity Of Huge“ eine markante Stimme, die immer wieder mit ihrer glamourösen Sanftheit erstrahlt.

Neben den weltmusikalischen Elementen ist sie somit der Hauptwiedererkennungs-Faktor bei Yeasayer, wo auch „Odd Blood“ in nichts nachsteht und nach dem cineastischen, mit dunklen Stimm-Effekten versehenen Grusel-Opener „The Children“ (man beachte auch den gleichnamigen Film) samt schleppendem Beat, vielfältigen Percussions und tragischem Bläser-Einsatz ohne Umschweife bei „Ambling Alp“ landet. Dieser vereint urlaubsreife Leichtigkeit, in der man den Strand und das blaue Meer unweigerlich vor Augen hat, mit mystischen Intermezzi und der lieblich zwingenden Stimme Keatings, vermengt zuckersüße Bläser mit Reggae-Beats und psychedelischem Synthesizer-Wohlklang, um schon früh klar zu machen, welch süchtig machendes Werk „Odd Blood“ voller Hit-Dichte und instrumentaler Entdeckungsreise quer durch verschiedenste Regionen ist.

Da fällt es nicht schwer, sich fallen zu lassen und jedem Detail zu lauschen, wovon so manche ertönen, ohne vor lauter Willen um die Kunst den Überblick zu verlieren. Denn hier regiert der Pop als Lehrstunde dafür, wie detailreich und intensiv er sein kann. „I Remember“ holt zur Space Odyssey aus und zelebriert nicht von dieser Welt kommende synthetische Sounds, gleichermaßen spielerisch wie apokalyptisch, zu denen sich wieder einmal diese umwerfenden Percussions und ein gemächlicher Beat gesellen. Auch wenn dieser gelungenermaßen gebrochen wird, verliert das Stück nie an empathischer Direktheit, was auf eine simplere Weise auch bei einem typischen Indiedisco-Hit wie „O.N.E.” der Fall ist. Trotz aller tanzbarer Unmittelbarkeit wird “Odd Blood” dank aufrüttelnder Sounds organischer wie synthetischer Natur und dem Gespür für große Melodien in den Köpfen und Beinen verweilen.

Anspieltipps:

  • Ambling Alp
  • I Remember
  • O.N.E.
  • Love Me Girl

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