Joe Bonamassa - Black Rock - Cover
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Joe Bonamassa Black Rock


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus der Ferne sieht man die aus dem Wasser ragenden dunklen Felsen. Mit jeder Seemeile näher kommend wird die Steilwand deutlicher und eine seltsam weiße Fläche an der Spitze sichtbar, wie ein Zuckerguss auf einem Nusskuchen. Irgendwann ist die zusammengeschmolzene Stadt, wie sie über der Klippe hängt, zu erkennen. Eine Klippe, die einst durch eine mächtige Vulkaneruption entstand, bei der die Hälfte der Vulkaninsel im Meer verschwand. Das ist Santorini in Griechenland, wo Joe Bonamassa sein neuestes Album „Black Rock“ aufgenommen hat.

Der Titel verrät sehr viel über den Inhalt. Nicht nur wurde das Album im Black Rock Studio aufgenommen, dessen Name von den schwarzen Felsen rührt, die aus allen Fenstern der Insel sichtbar sind, es beschreibt auch sehr passend die Musik. Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei der Rockmusik. Zu Beginn serviert uns der US-Amerikaner drei Nummern in einem harten und dreckigen Rockstil, der die Richtung des Albums vorgibt. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist ein Led Zeppelin Charakter hörbar, der später in „Blue And Evil“ ganz besonders deutlich wird. Der erste Track „Steal Your Heart Away” wurde übrigens von Robert Plant vorgeschlagen, ein Song, der in den ersten Bandproben der Rocklegende Led Zeppelin einstudiert wurde.

Das ist eine Seite von „Black Rock“, eine andere verbirgt sich hinter der Interpretation als Rockmusik der Schwarzen, sprich Rhythm & Blues (das ursprüngliche R&B), den wir in „Three Times A Fool“ und „Night Life“ hören. In letzterem kommt es endlich zu der lang ersehnten Kollaboration zwischen Bonamassa und B.B.King, Schüler und Lehrer, Talent und Entdecker, die ganz hervorragend ausfällt. Sie duellieren auf Augenhöhe mit Gesang und Gitarre. Eine dritte Seite des Albums eröffnet sich bei drei Songs, in denen griechische Gastmusiker dank Bouzouki, Nay und Clarino einen Hauch von Weltmusik kreieren. In „Quarryman's Lament“, der Fortsetzung von „Story Of A Quarryman“ mit klasse Refrain, dem Leonard Cohen Klassiker „Bird On A Wire“ sowie „Athens To Athens“.

Diesmal hat unser Bluesmeister Bonamassa leider nur fünf eigene Kompositionen beigesteuert, aber das sei ihm bei der exzellenten Umsetzung der alten Songs verziehen. Jedes Lied ist nämlich einer Erwähnung wert. Okay, zwei noch, „Spanish Boots“ von Jeff Beck rockt grandios und „Baby You Gotta Change Your Mind“ ist eine coole Art das Album akustisch ausklingen zu lassen. Einzig beinhaltet keins der Lieder so offensichtliche Melodien in den Refrains wie auf dem Vorgänger „The Ballad Of John Henry“, was in der Konsequenz eine schwerer erschließbare Platte ergibt, die dafür eine gute Langzeitwirkung entfaltet. Die Verbindung Bonamassa (Musiker) und Shirley (Produzent) ist eine der besonderen Art, denn sie bringt jedes Jahr eine andere farbenfrohe Bluesrockblume zum Blühen.

Anspieltipps:

  • When The Fire Hits The Sea
  • Quarryman's Lament
  • Night Life
  • Blue And Evil
  • Bird On A Wire

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