The Antlers - Hospice - Cover
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The Antlers Hospice


  • Label: French Kiss/ALIVE
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die in diesem Jahr vielerorts hochgelobte Band The Antlers startete ursprünglich als Soloprojekt. Die vor „Hospice“ veröffentlichten Alben „Uprooted“ (2006) und „In The Attic Of The Universe“ (2007) wurden von Peter Silberman im Alleingang geschrieben und aufgenommen. Für das neueste Werk kamen Michael Lerner für die Schlagzeugarbeit und Darby Cicci dazu, der sich unter anderem für Keyboard und Trompete verantwortlich zeichnet. Dennoch stammen wieder alle Songs aus der Feder von Silbermann, der für „Hospice“ ein Konzept erarbeitete, welches sich mit den Themen Trauer und Verlust auseinandersetzt.

Der Schauplatz der Handlung ist ein titelgebendes Krankenhaus, in dem sich ein Mann in eine krebskranke Patientin verliebt und dazu gezwungen ist, sie schließlich sterben zu sehen. Nach der ruhigen und instrumentalen Eröffnung „Prologue“ wird in „Kettering“ die hoffnungslose Situation klar umrandet: „But something kept me standing by that hospital bed. / I should have quit but instead / I took care of you. / You made me sleep and uneven / and I didn't believe them / when they told me that there was no saving you“. Eben diese Hoffnungslosigkeit wird durch Silbermanns zerbrechlich-hohe Stimme perfekt zum Ausdruck gebracht. Das sachte, mit Klavier und Gesang beginnende und später in einem Post-Rock-typischen Ausbruch mündende Lied rührt zu Tränen.

Nach diesem so ergreifenden Beginn ist klar, dass „Hospice“ seinen Platz in dunklen Räumen an trüben Tagen findet, aber glücklicherweise nie dem Kitsch preisgegeben wird. Ein großes Rauschen erfüllt die Musik auf diesem Album, durch dessen Dickicht sich immer wieder die stark hallende Stimme des Sängers oder die vereinzelt platzierten Trompeten-Einsätze herauskämpfen müssen. Bei „Sylvia“ ist Silbermanns prägendes Organ äußerst ausdrucksstark und suggeriert pure Verzweiflung, dazwischen finden sich auch etwas beschwinglichere Songs wie „Two“ oder das in diesem Kontext, zumindest oberflächlich, fast schon sorglos wirkende „Bear“. „Wake“ zeigt zu guter Letzt in knapp neun Minuten noch einmal die besondere Stärke der Band auf, wundervolle laut-leise-Dynamiken zu entwickeln. „Hospice“ trifft den Hörer durch Mark und Bein und dürfte sich zwischen CDs von Arcade Fire und Bon Iver sehr gut einreihen.

Anspieltipps:

  • Kettering
  • Sylvia
  • Two
  • Wake

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