Mnemic - Sons Of The System - Cover
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Mnemic Sons Of The System


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es darf wieder gemosht werden! Nach dem großartigen „Passenger” (01/2007) legen Mnemic mit „Sons of the system” ihre vierte Langrille vor und scheinen damit die Zeit der abgedrehten Prügelattacken und verstörenden Noise-Ausschweifungen hinter sich lassen zu wollen. Doch nicht nur die expressive Ader der dänischen Truppe rund um Guillame Bideau (Gesang), Mircea Gabriel Eftemie (Gitarre), Rune Stigart (Gitarre), Thomas Koefoed (Bass) und Brian Rasmussen (Schlagzeug) gehört im neuen Jahrzehnt der Vergangenheit an, auch die generelle Ausrichtung orientiert sich stärker am Schongang etlicher anderer Metal-Truppen anstatt auf Schleudertrauma zu schalten.

Sicherlich werden Radiohörer mit „Sons of the system” noch immer kaum etwas anzufangen wissen, aber Fans sollten sich nicht wundern, wenn in fast jedem Song entgegen der früheren Veröffentlichungen ein zuckersüßer Refrain mit klarem Gesang in schwachbrüstigem Metal-Mantel aus den Boxen plätschert, der zudem meist einen fürchterlichen Krater zwischen den einzelnen Strophen zieht, weil die Mischung aus donnerndem Schlagzeug, grollendem Bass und aufgekratzten Gitarren im Gegensatz zu diesen Weichspüler-Parts kaum bis gar nicht funktioniert. Abgesehen davon sorgt dieser kontrastierende Aufbau nach mehreren Durchgängen bald für eine gezückte Skip-Taste, weil die reinen Vorschlaghämmer wie „Climbing towards stars” oder „Hero(in)” einen wesentlich kompakteren Eindruck machen und auf Dauer einfach besser zur Geltung kommen.

Dadurch baut „Sons of the system“ im Vergleich zu seinen Vorgängern stark ab und bleibt bestenfalls ein durchwachsener, leicht inkonsequenter Longplayer, der nicht viel Raum zwischen Lieben oder Hassen lässt, weil Bideau & Co. ihre Stärken nicht mehr zugunsten eines stimmigen Gesamtbildes einzusetzen wissen, was erneut in den beiden Abschlusstracks „Within”, das ohne jegliches Ziel mit elektronischen Versatzstücken und Effekten bis oben hin vollgestopft ist, und „Orbiting” (mit „Take a Look around”-Hommage (Limp Bizkit) und ähnlich fehlendem roten Faden gesegnet wie „Within”) zur Schau gestellt wird. Anscheinend hat Mikrophonquäler Bideau seine Mnemic-Kollegen zu stark von seiner Mitarbeit beim Allstar-Projekt One Way Mirror (06/2008) anstecken lassen, denn in ähnlicher Ideen- und Orientierungslosigkeit geht es dieses Mal leider auch auf „Sons of the system” zu.

Anspieltipps:

  • Hero(in)
  • Climbing Towards Stars

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