Max Raabe - Übers Meer - Cover
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Max Raabe Übers Meer


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Übers Meer“ ist ein Album voller Liebe und Sehnsucht, das eher die leisen Töne sucht.

Kaum zu glauben: Max Raabe (47), Mitbegründer des Berliner Palast Orchesters, ist inzwischen seit fast 25 Jahren als Sänger und Musiker aktiv. Raabe ist bekannt für seine angenehme Baritonstimme, mit der er vorrangig Lieder im Stil der 20er und 30er Jahre singt und damit auch schon in Filmproduktionen in Erscheinung getreten ist. Nun veröffentlicht Max Raabe sein erstes Soloalbum, das stilistisch in die gleiche Kerbe wie die Werke des Palast Orchesters schlägt, musikalisch allerdings ausschließlich auf eine minimalistische Klavierbegleitung durch den Pianisten Christoph Israel setzt.

„Übers Meer“ ist ein Album voller Liebe und Sehnsucht, das eher die leisen Töne sucht. Es präsentiert Lieder aus der Zeit der Weimarer Republik (1918 – 1933), von bekannten Komponisten und Textdichter wie Werner Richard Heymann, Fritz Rotter, Hans May, Robert Gilbert, Walter Jurmann, Austin Egen und Walter Reisch. Darunter befinden sich absolute Klassiker wie „Ein Lied geht um die Welt“, „Wenn der Wind weht über das Meer“ oder auch „Irgendwo auf der Welt“. Die 15 Lieder wurden im Sommer 2009 im Rainbow Studio in Oslo von Jan Erik Kongshaug aufgenommen und wirken wie ein musikalisches Kammerspiel, in dem Raabe einen atmosphärischen Querschnitt durch die menschliche Gefühlswelt mit dem Meer als Metapher für Sehnsucht, Romantik und Aufbruch zieht.

Freilich, wer mit Raabes spezieller Art zu singen und der heutzutage gewiss nicht mehr alltäglichen „altdeutschen Lyrik“ schon früher, bei den Liedern des Palast Orchesters seine Schwierigkeiten hatte, wird auch mit „Übers Meer“ in diese Bredouille kommen, zumal es ab und an doch arg schmalzig zugeht (z.B. „Vier Worte möchte ich dir sagen“). Dennoch ist „Übers Meer“ ein schönes Chansonwerk geworden, das den Hörer 70 bis 80 Jahre zurück in die deutsche Musikgeschichte führt und dabei viele kleine Perlen der damaligen Zeit wieder ausgräbt.

Anspieltipps:

  • Ninon
  • Was weißt denn du
  • Sag nicht du zu mit
  • Ein Lied geht um die Welt
  • Sag ich blau, sagt sie grün

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