Asaf Avidan & The Mojos - The Reckoning - Cover
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Asaf Avidan & The Mojos The Reckoning


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Reckoning“ besticht durch kraftvolle Songs, die sich mit den üblichen Jungs-Themen der Bluesmusik auseinandersetzen.

Rockmusik aus Israel – mal ehrlich, wer hat in diesem Zusammenhang, abgesehen vielleicht von Aviv Geffen, auch nur einen einzigen Namen einer Band oder eines Solokünstlers auf dem Schirm? Sicher die wenigsten, denn wenn es um den Staat im Nahen Osten geht, wird die musikalische Landkarte auf einmal sehr überschaubar. Umso schöner, dass es nun eine Gelegenheit gibt, sich weiterzubilden.

Mit der jetzt stattfindenden Veröffentlichung des 2008er Debüts „The Reckoning“ der Jerusalemer Shootingstars Asaf Avidan & The Mojos über Columbia Records/Sony Music, wo das Quintett für vier Alben unterschrieben hat, wird dem weltweiten Publikum ein bemerkenswertes Rockalbum präsentiert, das vollkommen ohne den Hinweis auf den Exotenstatus und dem oftmals damit verbundenen Bonus funktioniert. Denn hört man sich die im Folk- und Bluesrock der 60er Jahre verwurzelten Songs unvoreingenommen an, könnte man meinen, eine Reinkarnation von Janis Joplins Kozmic Blues Band mitzuerleben, was auch der ungewöhnlichen Stimme Asaf Avidans geschuldet ist.

Amerikanischer geht’s nimmer, obwohl es in Israel für die eigenen Landsleute noch immer verpönt ist, in englischer Sprache zu singen. Aus diesem Grund hatten es Asaf Avidan (Gesang, Gitarre), Ran Nir (Bass), Roi Peled (Gitarre), Yoni Sheleg (Drums) und Hadas Kleinman (Cello) anfänglich schwer, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Doch schon im Zuge der Konzerte zur „Now That You're Leaving”-EP (2006) sprach sich schnell herum, was für ein kleines Juwel das eigene Land hervorgebracht hat. Und während in ihrer Heimat bereits das neue Album „Poor Boy/Lucky Man” (09/2009) auf dem Markt ist, wird nun auch Europa und der Rest der Welt in Angriff genommen.

„The Reckoning“ besticht durch kraftvolle Songs, die sich mit den üblichen Jungs-Themen der Bluesmusik auseinandersetzen (hübsche Mädels, die erste Liebe, verlassen werden, schmerzhafte Beziehungen, die Macht der Frauen über die Männer), handfeste Bezüge zu den 60er Jahren aufweisen und trotzdem nicht altbacken oder langweilig klingen. So ergibt sich eine homogene Mischung aus satt groovenden Bluesrockern („Hangwoman“, „Little more time“), atmosphärischen (Halb-)balladen („Her lies“, „Of scorpions & bells“), reduzierten Tracks, die nur aus Stimme und einer Akustikgitarre bestehen („Maybe you are“, „Reckoning song“) und scheppernden Indie-Rocksongs („Rubberband girl“), die auch mal verdächtig nach den White Stripes klingen können („A Phoenix is born“, „Empty handed saturday blues“). Das alles von einer Band aus Israel, die mit ihrem Potenzial sicher noch einiges reißen wird.

Anspieltipps:

  • Weak
  • Hangwoman
  • Over you blues
  • Little more time
  • Rubberband girl
  • Empty handed saturday blues

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