Tommy Reeve - Ready For You - Cover
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Tommy Reeve Ready For You


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

One Hit Wonder ist keine besonders schmeichelhafte Bezeichnung. Joyce Sims ist eine amerikanische Sängerin, die mit „Come into my life“ 1987 einen veritablen Hit hatte und dann nie wieder auftauchte. Tommy Reeve aus München gelang 2007 mit „I'm sorry“ auch so ein Radiohit und das dazugehörige Album versprach der Anfang einer langen Karriere zu werden.

Nun erscheint Reeves zweite CD. Drei Jahre nach dem Debüt. Eine lange Zeit, die auch darin begründet ist, dass Tommy Reeve ein fertiges Album wieder einstampfen ließ, da es ihm nicht emotional genug war. Ein privater Schicksalsschlag zwang ihn, seine Werke kritisch zu betrachten und er wollte, nach eigener Aussage, seinen Gefühlen endlich richtig freien Lauf lassen.

Für „Ready For You“ hat sich Tommy Reeve den Sims-Song „Come into my life“ vorgenommen und als erste Single veröffentlicht. Mit „Cry to me“ befindet sich sogar noch eine weitere Coverversion auf dem Album, neben 12 Eigenkompositionen, die zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Komponisten, die leider nicht genannt werden, entstanden. „Come into Life“ lebte im Original von Joyce Sims Power-Stimme, Reeve macht daraus einen entspannten Popsong, der nur aufgrund des Wiedererkennungswertes punktet. Reeve pendelt stimmlich zwischen Justin Timberlake und Joshua Kadison, im übrigem auch so ein One Hit Wonder.

Was macht der smarte Münchener also besser als die Konkurrenz? Leider nicht viel. Das flotte poppige „Love Love Love“ gefällt noch ganz gut. Dagegen berühren die zahlreichen Herz-Schmerz-Geschichten, die er in „Best of my Love“ und „All falls down“ zelebriert, eher nicht so. Da wird der Kitschfaktor kräftig übertrieben und krampfhaft die Pianoballade herausgehauen, ob sie nun berührt oder nicht.

Tommy Reeve kann mit Sicherheit singen und Gefühle transportieren, aber die Arrangements klingen zu austauschbar und zu wenig eigenständig. Sein Debütalbum überzeugte noch mit persönlicher Songwriternote, die jetzigen Songs besitzen leider wenig Erinnerungswert und schwelgen allzu sehr in Gefühlsduselei. Für die Radiorotation reicht das sicher, aber dann wären dann wieder bei den vielen One Hit Wonders, die Musikwelt und Hörer nicht weiterbringen.

Anspieltipps:

  • Come Into My Life
  • Love Love Love

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