Michael Bolton - One World One Love - Cover
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Michael Bolton One World One Love


  • Label: Motown/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt schon komische Zufälle: Im September 2009 erscheint das vorliegende Album von Michael Bolton in seiner Heimat USA und beim Pressen der CD kannte noch niemand Lady Gaga. Ganz verschämt taucht sie ganz hinten im Booklet auf. Nun ist sie ein Superstar und der etwas in die Jahre gekommene Bolton profitiert sicherlich von der Aufmerksamkeit der nun weltbekannten Kollegin, die bei „Murder my heart“ mitsingt. Michael Bolton musiziert und komponiert schon seit Jahrzehnten erfolgreich und ist als Balladenkönig bekannt geworden. Allerdings erlangte er auch als Komponist, dem Plagiat vorgeworfen wurde, traurige Berühmtheit, denn seinen Hit „Love is wonderful thing“ soll er von den Isley Brothers geraubt haben, die Rekordsumme von 5 Millionen Dollar musste Bolton und seine Plattenfirma nach einem aufsehen erregenden Prozess berappen.

Doch das ist Schnee von gestern. Heute präsentiert Bolton auch hierzulande sein Werk, welches davon lebt, dass tatkräftige kompositorische Unterstützung der modernen Komponistengeneration erfolgte. Ne-Yo, The Jam, Nasri Atweh und drei Coverversionen peppen das mittlerweile achtzehnte Studiowerk des 57-Jährigen gehörig auf. Natürlich schreibt der Meister Bolton auch fleißig mit und steuert seine unvergleichliche sanfte Stimme, die wie gewohnt recht hoch und sehr gefühlvoll klingt, dazu.

Der Opener „Ready for you“ schwelgt ungewohnterweise im entspannten Reggae-Rhythmus und schmeichelt sich gleich ins Ohr. Die erste Single „Just one Love“ ist eine Pop-R&B-Powernummer, die flott und zeitgemäß klingt und leider auch etwas beliebig. Auch „The Best“ mit Ne-Yo verspricht mehr als es halten kann: Der Song stammt vom sattsam bekannten Reißbrett für tanzbare Powerballaden, die monoton wirkt und wenig von den stimmlichen Fähigkeiten offen legt. Da überzeugt die erwähnte Kollaboration mit Lady Gaga doch viel mehr: Der schwungvolle sanfte R&B-Track steigert sich und lässt sogar Geigen und Gitarren miteinander verschmelzen, ein absolut sicherer Hitkandidat ist geboren!

Im zweiten Teil des Longplayers wird es merklich ruhiger und die einschmeichelnden Songs nehmen überhand. Bei „You comfort me“ und dem Van Morrison-Cover „Crazy Love“ gibt Bolton einen Beweis seiner stimmlichen Fähigkeiten, die einfach mit sanfter Eindringlichkeit überzeugen. Das Cover von Terence Trent D'Arbys „Sign your name“ erstaunt mit einem ganz eigenen Ansatz, der diesmal gitarrenorientiert und gewohnt emotional performt wird.

Der modernisierte Sound des Amerikaners kann durchaus als gelungenes Comeback gewertet werden, obwohl sicher nicht alle Songs begeistern, doch die neuen musikalischen Ideen der jungen Generation haben Bolton zusammen mit seiner Kompositionsgabe zu neuen Ufern geführt. Und seine Stimme besorgt den Rest.

Anspieltipps:

  • Ready for you
  • You Comfort Me
  • Murder My Heart feat. Lady Gaga
  • Crazy love

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