Wayne Jackson - Undercover Psycho - Cover
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Wayne Jackson Undercover Psycho


  • Label: BMG Rights/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wayne Jackson. Ein Name der bei aufmerksamen Bela-B-Huldigern bekannt sein dürfte. Der gute Mann mimte live artig die zweite Gitarre neben Bela und auch auf dem ersten Album spielte er nicht wenige Aufnahmen ein. Neben Lula war er mit Abstand der Musiker mit dem meisten Potenzial und so machte sich Bela für ihn und die hübsche Lula stark. Lula hat bis heute kein Album herausbringen können, weil es mit dem Label Probleme gab. Wayne hingegen verfolgte den kommerziellen Erfolg zielstrebiger und kann mit „Undercover Psycho“ sogar schon sein zweites Album vorweisen. Rühmen tut er sich bei seinem zweiten Werk damit, dass er selbst Produzent war und nun wirklich alles seinen Vorstellungen entsprechen soll.

Positiv zu bewerten ist, dass der Wahlberliner sich nicht übernommen hat. Schon vom ersten Lied an („I’m So Beautiful“) gibt es technisch nichts an der Produktion auszusetzen. Genau wie Bela und Lula hat Jackson eine Schwäche für Retro-Sound. So klingen die Hintergründe und auch die Gitarrenriffs oft nach vergangenen Jahrzehnte, ohne lediglich abzukupfern. Jetzt werden als Vorbilder New Order und U2 genannt oder Vergleiche zu Snow Patrol oder den Editors gezogen, jedoch liegt eine andere Band viel näher: Reamonn. Ist der Opener noch stringenter Rock, der durchaus eine U2-B-Seite sein könnte, ist die Ähnlichkeit zur „Supergirl“-Truppe spätestens bei „Hallelujah“ nicht mehr zu verhehlen. Ein Track, der im Ohr bleibt, obwohl er nichts Besonderes zu bieten hat. Eine nette Stimmung und ein gelungener Chorus sorgen hier für den Großteil der Atmosphäre. Ein mit Pathos beladener Background tut das Übrige dazu.

„Undercover Psycho“ ist ein Titel, der sich letztlich nicht erklärt. Vielleicht ein Film oder sonstiges, was Wayne gefällt. Mit Psycho hat dieses Album nämlich so viel am Hut, wie Zuckerwatte mit einer Diät. Geradliniger Rock im klassischen Sinne mit einem guten Schuss Pop. Wayne Jackson macht angenehme Musik, die unmöglich wehtun kann, aber auch nur schwer vom Hocker reißt. „Your Stars Never Shine“ ist auch so ein Lied, welches schön anmutet (und angesprochene Lula als Gast inne hat), aber schwerlich eine Besonderheit an den Tag legt. Genau die richtige Musik fürs Radio, wenn man so will. Von Rockhymnen und Duetts, über Balladen („Blue Moon Over Me“, „Perfect Lie“), die eh keiner auseinander halten kann, ist alles vertreten, was den Mainstream-Rock-Hörer ansprechen könnte. Das ist keinesfalls negativ gemeint, beschreibt allerdings den Eindruck, dass es sich hier um gekonntes Handwerk und nicht virtuose Kunst handelt.

So wird hier eine schöne Dreiviertelstunde abgeliefert, die alles bietet, was man sich für den Alltag wünschen kann. Für die besonderen Momente ist allerdings nicht so viel dabei, was ein wenig betrübt. Ohne Jackson zu nahe treten zu wollen, scheint er sich jedoch auf seinem Zenit zu befinden und hat seinen Stil gefunden und perfektioniert mit seiner zweiten Scheibe. Auch in Zukunft darf man überdurchschnittliche Ware von ihm verlangen. Mehr aber auch nicht. Da fehlt der Tick Verrücktheit und die zündenden Ideen. Immerhin gibt es wieder etwas von Lula zu hören. Allein dafür schmunzelt man gerne beim Hören des Albums.

Anspieltipps:

  • Hallelujah
  • Perfect Lie
  • Your Stars Never Shine

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