Scorpions - Sting In The Tail - Cover
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Scorpions Sting In The Tail


  • Label: Ariola/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
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„Sting In The Tail” ist kein überragendes Abschiedsalbum, aber ein äußerst solides Werk ohne Ausfälle.

Der letzte Stich des Skorpions! Mit „Sting In The Tail” beenden die im Jahr 1965 als Schülerband gegründeten Scorpions ihre Karriere als plattenproduzierende Band. Es wird zwar noch eine ausschweifende Welttournee geben (die Rede ist von drei Jahren!), aber dann ist endgültig Schluss und Zeit für die verdiente Rente. Dabei hatten die Hannoveraner mit ihren letzten Studiowerken „Unbreakable“ (05/2004) und „Humanity: Hour I“ (05/2007) gerade erst auf den Weg der Tugend zurückgefunden und das ziellose Herumirren nach dem „Wind of change“-Erfolg beendet. Doch am Ende ihrer Abschiedstournee werden Klaus Meine (Gesang) und Rudolf Schenker (Gitarre) 65 Jahre alt sein. Ein gutes Alter, um die Rock-Bühne zu verlassen.

Mit den schwedische Produzenten Mikael „Nord“ Andersson und Martin Hansen haben die Scorpions ihr finales Werk eingespielt, das sich auf alte Stärken konzentriert und ohne Schnörkel, mit einem erdigen Sound daherkommt. Kein übertriebener Bombast, keine Experimente, keine Dicke-Hose-Produktion für den US-Markt. Die Scorpions kehren zurück zu ihren Wurzeln – und zwar mit Songs, die auch auf den Alben ihrer großen Zeit in den 80er Jahren eine gute Figur abgegeben hätten.

Knackige Hardrocker mit simplen Melodien und Texten (was nicht bös gemeint ist) wie „No limit“, „Turn you on“ und „Slave me“ bündeln den charakteristischen Sound, der sich zu einem Markenzeichen in der deutschen Rockmusik gefestigt hat: Auf der satten Grundlage von zwei Gitarren und einer zuverlässig arbeitenden Rhythmus-Abteilung trägt Klaus Meine seinen unverkennbaren Gesang auf, der sich besonders bei den berühmten Scorpions-Balladen ins Langzeitgedächtnis gebrannt hat.

Von diesen gibt es auch auf „Sting In The Tail” ein paar Kostproben, die zu den Besseren in der langen Geschichte der Band zählen. Da wäre zum einen das „Still loving you“ zitierende „SLY“ sowie der hymnische Rausschmeißer„The best is yet to come”. An erster Stelle muss aber „Lorelei“ genannt werden, ein Song der in der Tradition der ganz großen Megaballaden der Scorps steht. Bei allen Stücken reimt Klaus Meine auf seine unnachahmliche Art, so dass jedes halbwegs geübte Stadionpublikum auf Anhieb mitsingen können sollte.

„Sting In The Tail” ist kein überragendes Abschiedsalbum, aber ein äußerst solides Werk ohne Ausfälle. Die Scorpions verabschieden sich auf einem Höhepunkt ihres Schaffens, der offen gesagten Krempel wie „Eye II Eye“ (1999) vergessen macht. Sie verzichten dabei auf Innovationen und zitieren sich dafür mit einem Augenzwinkern lieber selbst. Mit dieser Lockerheit vorgetragen, wirkt das Ganze glaubwürdig und für die Fans Appetit machend auf die Abschiedstournee der Scorpions. Die Rockwelt wird euch vermissen!

Anspieltipps:

  • SLY
  • Lorelei
  • No limit
  • The good die young
  • The best is yet to come

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